Wie ETFs zum modernen Stockpicking ausarten

ETFs sind eine feine Sache. Ich selbst nutze diese ebenfalls, um für meine Rente etwas anzusparen, mit Unterstützung des Aktienmarktes.

So sind ETFs dafür bestens geeignet. Sie bilden dabei oftmals einen Index nach und bewegen sich wie dieser. Dadurch das ein Index mehrere Aktien bündelt, hat man automatisch eine gewisse Diversifikation auf mehrere Unternehmen und meist, auch Branchen.

Man muss also keine Unternehmen analysieren oder sowas. Oder sein Geld großartig aufteilen. Nein, man kann alles in den einen ETF stecken und darin arbeiten lassen.

Man wird den Markt dadurch nicht schlagen, aber auch nicht schlechter abschließen wie dieser. Eine einfache Möglichkeit mit relativ geringen Risiko, Vermögen aufzubauen.

Verschiedene ETFs für verschiedene Altersgruppen

Mir persönlich wird oft schlecht, wenn einem 20-Jährigen immer und immer wieder der MSCI World empfohlen wird… Dies ist ein ETF, welcher Weltweit gestreut ist.

Er hat mit die geringste Volatilität… aber auch die bescheidenste Rendite von allen. Den kann man Leuten empfehlen, welche größere Schwankungen nicht mehr über die Zeit ausgleichen können… also ab 50 oder so..

Ansonsten kann ich nicht verstehen, warum dieser ETF wirklich jedem zuerst empfohlen wird… sei drum.

Da ETFs, zumindest wenn man ETFs auf Indizes nimmt, ja eh schon Diversifiziert sind, sehe ich hier eine Empfehlung nach Altersgruppen für relativ sinnvoll an.

So würde ich einem 60-Jährigen nicht den ETF zum TecDax oder Nasdaq empfehlen. Dafür können hier die Schwankungen zu groß sein. Für ihn wäre tatsächlich der MSCI World etwas.

Einem jungen Burschen oder Mädchen hingegen, würde ich ohne zu zögern diese ETFs ans Herz legen. Den MDax noch dazu oder sowas. Also mehr auf die Rendite, als auf die Vola schauen, wenn man jung ist.

So, viel mehr würde ich schon fast nicht mehr zu ETFs sagen… bist du jung, geh auf Rendite. Bist du älter, geh auf geringere Volatilität.


Im Ernst jetzt? Und was hat das nun mit deiner Überschrift zu tun? Also ETFs und Stockpicking und so?


Hätte ich ja fast vergessen 🙂 Das oben zeigt, wie einfach ETFs sein können. Obwohl diese Einfachheit von vielen gefeiert wird und Stockpicking dagegen vehement als Teufelszeug verflucht wird, machen sehr viele genau das mit ETFs.


Versteh ich nicht.. das geht doch gar nicht. Ein ETF ist immer diversifiziert… Wie kann man da Stockpicking machen? Oder meinst du ETF-picking?


Sowas in der Art ja. Die Leute suchen und suchen nach immer anderen ETFs. Anstelle ihr Geld in wenigen ETFs zu sammeln, streuen sie es auf 10 und mehr… Da muss ein ETF für Amerika ran… einer für Europa… der World darf nicht fehlen (der zum Großteil aus Amerika und Europa besteht)

Dann noch einer für die Biobranche… noch einer für die Immobilienbranche vielleicht? Und so weiter… das ist nichts anderes, wie Stockpicking. Man hofft, den einen ETF zu finden, der besser ist, wie alle anderen. Oder aber man streut sein Geld zu tote.


ETF-picking untergräbt die Idee der ETFs

Ich sehe das wirklich in vielen Aktiengruppen. Welchen ETF würdet ihr empfehlen…? Da werden teils ETFs genannt, von denen habe ich noch nie etwas gehört.. deren Namen nicht mal darauf schließen lassen, was die eigentlich verkörpern.

Der Sinn hinter dem Investment in ETFs war anfangs, sich mit der Marktrendite zufrieden zugeben. Nicht mehr, nicht weniger. Das Geld sollte dabei schön in den ETFs arbeiten. Keine Arbeit mit irgendwelchen Analysen. Und gleichzeitig eine wundervolle Diversifikation.

Und heute? Heute werden Branchen analysiert, um zu schauen, ob der ETF in den kommenden Jahren gut performen wird…
Mir persönlich geht dabei irgendwie der Sinn hinter den ETFs verloren.

Ich lasse mich gerne auf eine Diskussion ein oder auf die Überlegungen, ob ich lieber den Dax ETF oder den MDax ETF kaufen sollte. Danach aus KOSTENGRÜNDEN von wem. Also Vanguard, iShares oder so.

Aber welche Branchen? Oder welche Länder?

Amerika, Europa und China. Punkt… geht eine dieser Regionen runter, geht der ganze Weltmarkt den Bach runter.. wobei diese drei Regionen sich von wirtschaftlichen Schwierigkeiten sehr viel besser erholen können und werden, als irgendein Schwellenland.

Während den Stockpickern vorgeworfen wird, die neue Apple finden zu wollen, wollen anscheinend immer mehr „ETFler“ das neue China finden. Oder den neuen Nasdaq.

Bedenkt wofür ETFs eigentlich gemacht sind. Stressfreie und diversifizierte Investmentmöglichkeiten für jedermann.

Ich finde es witzig, das die Leute, die sich nicht zutrauen Unternehmen zu analysieren, denken, ein ganzes Land oder Branche zu analysieren wäre einfacher…
Bleibt bei den guten alten Indizes aus Europa und Amerika. Wenn ihr älter seid, von mir aus auch den World ETF. Aber hört auf mit dem Finger auf Leute zu zeigen, welche Einzelaktien kaufen, wenn ihr das Selbige mit ETFs macht.

6 Kommentare

  1. Kommschmerz-Bank Antworten

    ETFs sind ein Finanzprodukt, dass als Derivateersatz und einfacher Zugang zu den Kapitalmärkten für institutionelle Anleger konzipiert wurde. Dazu zählt auch das Stockpicking und Entscheidung darüber, welche Portionen eher über den Index und was aktiv abgedeckt wird.

    Die „Idee“ des ETFs war nicht ein buy and hold Instrument für private Anleger zu konzipieren. Das ist quasi ein Abfallprodukt.

  2. Andreas Vincent Eversmeyer Antworten

    Inhaltlich dünn und dürftig. Wortwahl wie Sonderschule. Grammatik verheerend: Alles in die Tonne.

    • Ich finde solche Kommis immer die Besten, welche auf freundliche Art und Weise die Arbeit von Bloggern unterstützen, welche oftmals das Ganze als Hobby betreiben 🙂
      Aber danke. Ich habe wirklich noch zwei Schreibfehler gefunden. So schrieb ich -jährige. Korrekt ist hier -Jährige. Danke für deinen Hinweis dazu 🙂

      • Auch wenn man es als „Hobby“ betreibt, kann man doch auf die Qualität und Substanz achten. Auch eine Frage der persönlichen Haltung. Zum Traffic generieren, reicht ja vielleicht auch ein inhaltlich dünnes „Hingerotze“.

      • Naja, auch wenn es viele denken, Traffic generieren ist gar nicht so einfach 🙂

        Und da der Artikel an sich auch auf anderen Blogs geteilt wird, ist er wahrscheinlich weniger schlecht, wie man denken mag. Oder fühlt man sich hier etwa auf den Schlips getreten?

        Was wahrscheinlich auch verwechselt wird, ist ein Fachartikel und ein Artikel, der eine aktuelle Beobachtung anspricht. Dies soll kein Top Fachartikel sein. Sondern ein Artikel über meine Beobachtungen, wie sich die Anlage in ETFs gefühlt entwickelt.

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