Warum covered Calls handeln?

Wie ihr wisst handle ich nur noch Optionen, welche gedeckt sind. Sogenannte covered Calls oder cash secured Puts. Diese Art des Handels passt am besten zu mir.

So hat man wenig Arbeit mit den Optionen an sich und kann gemütlich die Prämien einstreichen. Denn eine Adjustierung gibt es nicht. Zumindest bei mir nicht.

Ich möchte euch heute anhand von einem meiner aktuellen Positionen mal aufzeigen, weshalb ich der Meinung bin, das covered Calls eine hervorragende Strategie sind, um sich als Investor einen zusätzlichen Cashflow aufzubauen.

Zuerst die Ängste, bei einem covered Call

Ihr kennt das ja von mir, ich begutachte eine Strategie gerne von allen Seiten. Somit möchte ich auch hier zuerst mit einem Nachteil anfangen, welche in meinen Augen überschätzt wird.

So ist ein Nachteil darin begründet, dass ein covered Call den maximalen Gewinn für eine gewisse Zeit deckelt. Halt für die Dauer wie die Laufzeit des Calls ist.

Somit ist der Nachteil ganz einfach, das uns Kursgewinne entgehen können. Steigt die Aktie zu stark, weshalb auch immer, nützt uns das nichts. Denn sobald die Aktie den Strikepunkt unseres Calls übersteigt, verdienen wir daran nichts mehr.

Somit ist unser einziges Risiko, Buchgewinne zu verlieren. Kann durchaus passieren. Sollte man aber weiterhin von dem Unternehmen überzeugt sein, kann man ja am gleichen Strikepunkt Puts verkaufen, um sich die Aktien zurückzuholen.

Denn meist pendeln Aktien mehr wie man denkt. Man sollte also nicht anfangen, panisch hinterherzurennen.

Aktien laufen sehr oft seitwärts

Auch wenn wir uns langfristig gesehen in einem schönen Aufwärtstrend befinden, so laufen Aktien dennoch kurzfristig oft einfach nur seitwärts.

Schnelle, explosionsartige Kurssteigerungen sind eher selten und zufällig. Genauso korrigieren Aktien auch gerne mal. Egal ob Aktien nun korrigieren oder nur leicht steigen bzw. seitwärts laufen. In dieser Zeit hat man keine Einnahmen. Oftmals nicht einmal Rendite in Form von Buchgewinnen.

Da sich Seitwärtsphasen auch gerne mal ein paar Wochen hinziehen können, bleibt einem nichts als abzuwarten. Hat man dann noch hauptsächlich deutsche Werte im Depot, kann man oftmals nicht mal auf die Dividende hoffen, da diese nur einmal im Jahr gezahlt wird.

So verschwendet man, mehr oder weniger, Rendite durch Warten. Doch gerade in dieser Zeit, würde sich der Verkauf von Calls auf die eigenen Aktienbestände so sehr lohnen.

Natürlich ist es nur eine kleine Zusatzrendite. Aber Rendite ist und bleibt Rendite.

Kleines Beispiel Lufthansa

Ich selbst habe momentan (Stand Juni 2019) 200 Aktien von Lufthansa in meinem Depot liegen. Mein Einstandskurs liegt hierbei bei 22 € pro Aktie.

Meine ersten Aktien habe ich im Juni 2018 eingebucht bekommen. Seitdem macht Lufthansa was es will.

Chart Lufthansa seit Kauf

Wie man an dem Chart schön erkennen kann, bewegt sich Lufthansa seit einem Jahr seitwärts, mit einer Tendenz nach unten. Sehr oft war ich an sich noch nicht im Gewinn. An sich fast immer im Verlust.

ABER! Das hat mich nicht davon abgehalten, Geld mit Lufthansa zu verdienen. Und da rede ich nicht nur von der Dividende.

Rechne ich meine Put Optionen mit ein, über die ich Lufthansa gekauft hab, habe ich in 12 Monaten nur 9 Optionen auf Lufthansa geschrieben. Jetzt kommt es aber noch krasser. Denn 9 Optionen sind nicht viel. Bei 200 Aktien kann ich risikofrei direkt 2 Calls schreiben.

Das eigentlich überraschende ist, das ich in nur 5 Monaten Calls/Puts geschrieben habe. Die restlichen 7 Monate habe ich nichts gemacht, weil es sich von den Prämien her nicht lohnte. So kam ich einfach nicht sinnvoll über meinen Einstandskurs.

Doch was hat mir das nun gebracht? Schauen wir uns mal das Bild an, wenn ich meine Einnahmen mit Lufthansa, also alle Optionsprämien und die Dividende, gegen meinen Kaufkurs gegenrechnen würde.

Wie man an der grünen Linie erkennen kann, konnte ich meinen Einstandskurs massiv nach unten holen. Während ein „normaler“ Investor in diesem einen Jahr nur die Dividenden eingenommen hat, konnte ich mehr wie das Doppelte einnehmen, dank der Optionen.

Wenn wir die Dividende als Rendite ansehen, hätte ein normaler Investor eine Rendite von 3,63 % erwirtschaftet. Im Grunde also die normale Dividendenrendite.

Ich hingegen habe 8,52 % erwirtschaftet. Mit genau der gleichen Aktie. Der einzige Unterschied, ich habe nebenbei, wenn es sich lohnte und ich über meinen Einstandskurs kam, Calls verkauft.

Dafür das sich die Aktie momentan im Verlust befindet, finde ich eine Rendite von 8,52 % nicht schlecht.


Das ist ja cool. Während also andere Investoren hier warten und bangen das die Aktie ihren Einstandskurs erreicht, verdienst du weiter Geld.


Richtig. Und noch was Cooles! Um Calls zu verkaufen, welche eine angenehme Prämie einbringen, muss Lufthansa nicht bis 22 € steigen. Es reicht, wenn sie wieder auf 20 bis 21 € kommt.


Das ist echt klasse. Die Anderen müssen wieder bis nächstes Jahr Mai warten, bis es wieder Dividende gibt und du baust dir deine eigene Dividende. Aber sag mal, was ist denn eine angenehme Prämie?


Gute Frage. Ich strebe immer eine Prämie an, welche 1 % des investierten Geldes entspricht. Also bei Lufthansa versuche ich Prämien um die 40 € bei einer Laufzeit von einem Monat zu bekommen.


Covered Calls sind Klasse

Zum Abschluss muss ich einfach sagen, dass ich nach wie vor von dieser einfachen Strategie begeistert bin. Man darf auch nicht vergessen, dass man trotzdem noch Kursgewinne mitnehmen kann.

Schreibt man Calls oberhalb seines Kaufkurses und die Aktien werden ausgebucht, bekommt man die Optionsprämie + die Differenz zwischen Kaufkurs und Strikekurs des Calls.

Im Optimalfall läuft es sogar so, dass die Aktie leicht steigt aber am Verfallstag des Calls immer unter dem Strike schließt. So kann man Calls an immer höheren Strike schreiben, was auch die Prämieneinnahmen erhöht.

Wobei man aber aufpassen sollte ist, dass einem nicht zu viele Aktien unterhalb des Kaufkurses ausgebucht werden. Denn dies sind Aktienverluste. Und Aktienverluste dürfen nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden. Also nicht mit den Dividenden oder den Optionsprämien.

Wenn du noch wissen möchtest, wie ich Aktien finde (bessere als Lufthansa 😉 ) kannst du dir hier meine Strategie mal ansehen.

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