Aktien finden die unterbewertet sind? Eine Schritt für Schritt Anleitung

Aktien finden ist so eine Kunst für sich selbst.

Es gibt zwar zig Bücher darüber, wie man Aktien bewerten soll und solche Sachen. Aber wie man nun konkret vorgeht um Aktien zu finden, sagt einem fast kein Buch.

Ich möchte zwar selbst kein Buch darüber schreiben, aber ich möchte euch zeigen, wie ich Aktien für mich finde. Ohne lange Geschäftsberichte zu lesen.

Wer für sich denkt, das Geschäftsberichte lesen unbedingt dazugehört, ist bei mir leider falsch. Ich schaue nur auf Zahlen. Mit dem Unternehmen selber beschäftige ich mich weniger.

Gleichzeitig möchte ich auch klarstellen, dass mein Weg hier nicht der einzig Wahre ist. Es gibt ungeheuer viele Wege. Aber ihr dürft meinen gerne als Blaupause nehmen.

Am Anfang steht bei mir das Budget

Am Anfang meiner Suche steht mein eigenes Budget für die Aktien. Sozusagen der erste Filter.

Ich kaufe Aktien solange, bis ich 100 St. besitze. Dies hat damit zu tun, weil ich auf meine Aktienbestände dann Call Optionen schreibe.

So verdiene ich jeden Monat eine zusätzliche Rendite.

Ich möchte aber auch nicht Jahre brauchen, um mal 100 Aktien zu besitzen. So nehme ich mein Budget für Aktieninvestments. Aktuell ist dieses 700 € groß pro Monat. (Stand April 2019)

Ich will innerhalb von einem Jahr 100 Aktien eines Unternehmens besitzen. Um dies zu schaffen sollte ein Aktieninvestment also nicht mehr wie 8.400 € kosten. Oder umgerechnet, eine Aktie sollte nicht mehr wie 84 € kosten.

In Dollar dürfte die Aktie sogar etwas mehr kosten.

Somit habe ich für mich schon den ersten Filter. Der Aktienkurs darf 84 € nicht übersteigen. Oder dem Gegenwert in einer anderen Währung.

Um Aktien zu finden ist so ein grober Filter am Anfang unglaublich wichtig. Es gibt tausende von Aktien… die wollt ihr gar nicht alle untersuchen.

Aktien finden Schritt 2 – der Chart

Tatsächlich war das jetzt nur eine Randbedingung. Hat man seinen maximalen Kurs, geht es an den Chart.

Keine Angst, ich analysiere den Chart nicht. Wir schauen uns den Chart nur sehr schnell an. Dazu nutze ich die kostenlose Software von ProRealTime. Die empfehle ich euch auch.

In ProRealTime schauen wir uns dann z.B. alle S&P 500 Aktien an. Wir schauen uns diese erst einmal einfach an. Dabei haben wir nun zwei Kriterien.

Zuerst, die Aktie darf nicht mehr wie 84 € kosten. Und das Chartbild sollte schön von unten links, nach oben rechts gehen! Am besten wäre auch, wenn ihr euch zur Hilfestellung noch zwei gleitende Durchschnitte mit einbaut.

Einen exponentiellen Durchschnitt mit 20 Perioden und einen mit 50.

Bei den Charts schaue ich mir immer einen Zeitraum von 4 – 8 Jahren an. Dabei lasse ich mir die Kerzen als Wochenkerzen anzeigen. Jede Kerze stellt somit eine Handelswoche dar.

Während ich die Aktien durchgehe, schreibe ich mir immer die Kürzel der Aktien auf, welche mir gefallen haben.

Diese untersuche ich im kommenden Schritt nochmal etwas näher.

Aktien finden – der dritte Schritt ist optional

Dieser Schritt ist optional. Ich mache diesen, weil ich auf alle meine Investments Optionen schreiben will. Dafür muss ich aber auch sicherstellen, dass ich halbwegs sinnvoll Optionen schreiben kann.

Also nehme ich mir meine TWS zu Hand und gebe die Kürzel in den Optiontrader ein. Hier schaue ich nur ganz kurz drüber, ob es mir möglich ist, Optionen auf die Aktien zu schreiben.

Auch schaue ich, dass diese halbwegs liquide sind und ich nicht nur Optionen direkt am aktuellen Kurs verkaufen kann, sondern schon mit einem gewissen Abstand.

Diesen Schritt mache ich, weil der kommende Schritt die meiste Arbeit macht. Nichts wäre trauriger, eine Aktie näher zu analysieren und dann würde ich feststellen, dass ich keine Optionen schreiben kann.

Die Grahamformel – ist die Aktie ein Kauf?

Nun kommt die eigentliche Arbeit. Jede Aktie, welche noch übrig ist, analysiere ich mit meiner Grahamformel.

Hierbei nutze ich selbst die TWS mit ihren Fundamentaldaten. Diese sind genauer wie die zusammengefassten Daten der meisten Websites. Auch kann ich so direkt auch die letzten Jahre auf die aktuelle Aktienanzahl runterbrechen.

Wer wissen möchte, weshalb das wichtig ist. Dem kann ich meinen Artikel zum Gewinn pro Aktie vs Net Income empfehlen. Hier zeige ich auch, woher man die Daten aus der TWS bekommt.

Über die Grahamformel schaue ich mir nun jede Aktie an, die mir gefallen hat.

In der Realität screene ich immer wieder mal. Manchmal auch nach Branchen. Die einzelnen Analysen speichere ich mir ab. Sollte ich so das Unternehmen später nochmal analysieren wollen, kann ich direkt die alte Excel nutzen.

So muss man nicht immer alle Daten wieder zusammentragen.

Am Ende fehlt meist trotzdem das Geld

Was ich damit meine? Aktien finden ist nicht das Problem. Ich habe zig Aktien auf meiner Watchliste. Aber nicht das Geld alle zu kaufen.

Und hier kommt nun das eigentliche Problem. Welche soll man nun kaufen?

Ich selbst überlege mir oftmals schon zuvor, in welche Richtung ich gehen möchte.

Als nächstes Investment einen REIT? Dann schaue ich nach meine analysierten REITS. Oder lieber etwas aus der Techecke?

Es kommt auch darauf an, was ihr bereits habt. Nehmt lieber eine Aktie aus einer Branche, die ihr so noch nicht im Depot habt.

Alle Aktien könnt ihr euch leider nie kaufen. Außer ihr seid Buffett. Dann könnt ihr das. Aber sonst nicht 🙂

Zum Schluss noch kurz der Hinweis (aus rechtlicher Sicht mache ich diesen zu wenig, habe ich das Gefühl^^). Dies ist mein Vorgehen. Ich bin glücklich damit. Wenn du dieses Vorgehen nachahmst, ist das ok. Sollten aber dadurch Verluste bei dir entstehen, ist das nicht meine Schuld.

Willkommen an der Börse. Jeder handelt auf eigene Rechnung.

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