Technische Analyse – mein 5 Sterne Setup

5 sterne setup

Ich habe bereits hin und wieder von 4 Sterne Setup und 5 Sterne Setup geschrieben. Bisher bin ich aber nie näher darauf eingegangen.

Dies möchte ich mit meinem heutigen Artikel ändern und euch zeigen, wie ich Aktien für Trades, nicht für Investments, heraussuche.

Dabei schaue ich selbst nach meinem 4 Sterne und 5 Sterne Setups. Dabei kann ich den kompletten S&P 500 innerhalb weniger Minuten durchschauen.

Denn mir ist wichtig, das meine Analyse keinen Spielraum für Interpretationen zulässt. Entweder es passt, oder es passt nicht.

Meine Analyse beruht dabei auf ein Zusammenspiel mehrerer Indikatoren, welche ich zuerst einzeln vorstellen werde und dann auf das Zusammenspiel dieser untereinander eingehe.

 

Die betrachtete Zeiteinheit

Wer sich ein wenig mit Trends auskennt, weiß das es mehrere Trends nebeneinander geben kann. Jedoch muss man bei den Trends ihre Größe und ihr Verhältnis zueinander betrachten. So kann ein Abwärtstrend in Wirklichkeit nur die Korrektur des darüberliegenden, größeren Trendes sein.

Zur besseren Visualisierung der Trends, gibt es Charts. Hierbei schaue ich mir Charts in Kerzendarstellungen an. Die Zeiteinheit stelle ich auf Woche. Somit ist jede Kerze, eine Handelswoche. Für Optionen perfekt, finde ich.

Auch haben Signale in höheren Zeiteinheiten, eine höhere Wertigkeit. Grundsätzlich ist aber mein Setup in fast allen Zeiteinheiten umsetzbar.

Ich lasse mir meist ca. 200 – 250 Kerzen anzeigen, was ungefähr 3 Jahre an Historie sind.

Geht der Chart von links unten, nach rechts oben, schaue ich mir meine Indikatoren weiter an. Auch wenn der Chart von links oben nach rechts unten geht, kann es interessant sein, da mein Setup für long und short Einstiege Signale liefert.

Nur wenn es keinen Trend gibt, welcher einem regelrecht ins Auge fällt, klicke ich sofort weiter.

 

Willst du mehr über den Aufbau von Trends erfahren, sowie über ihre Verschachtelungen ineinander, kann ich dir sehr „Das Große Buch der Markttechnik“ empfehlen. Für Trader und Investoren meiner Ansicht nach, gleichermaßen lesenswert.

Die anderen Bücher der Reihe, muss man dagegen nicht zwingend lesen.

 

Die Klassiker – gleitende Durchschnitte

Einfach und effizient. Gleitende Durchschnitte.

Gleitende Durchschnitte zeigen einem einfach den Durchschnitt der letzten x Tage/Wochen/Monate als Linie an. Ihrer Berechnung geschuldet, sind gleitende Durchschnitte dabei Trendfolger. Sie reagieren relativ langsam.

Gleitende Durchschnitte agieren jedoch sehr oft auch als Unterstützungs- und Widerstandszonen für den Kurs.

Auch wird gesagt, das gleitende Durchschnitte eine Übertreibung anzeigen. Entfernt sich der Kurs übermäßig von seinen Durchschnitten, wird dies als Übertreibung angesehen.

 

Ich selbst nutze drei gleitende Durchschnitte.

Einen 20er, 50er und einen 100er.

Also einen Durchschnitt der letzten 20 Kerzen, der letzten 50 und der letzten 100 Kerzen. Dabei lasse ich den Durchschnitt auf den Schlusskurs berechnen.

Der 20er und der 50er sind dabei Expotentielle Durchschnitte. Diese Gewichten die letzten Kerzen etwas stärker.

Die Kombination aus den drei Durchschnitten ist mir für die Trendbestimmung sehr wichtig.

 

So suche ich nach long Einstiegen, wenn der 20 er über dem 50er ist, sowie der 50er über dem 100er Durchschnitt.

Nach short Einstiegen suche ich, wenn der 20er unter dem 50er ist, sowie der 50er unter dem 100er Durchschnitt.

Ist dies so nicht gegeben, gehe ich davon aus, das sich noch kein stabiler Trend etabliert hat.

5 Sterne Setup

Hier sehen wir grün den 20er, blau den 50er und weiß den 100er Durchschnitt. So sieht die Fächerung aus, wenn ich nach einem long Einstieg suche.

 

 

 

 

 

 

 

Und so sehe die Fächerung aus, wenn ich nach einem short Einstieg suche.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sollte das Bild in einem Chart anders aussehen, klicke ich weiter. Rigoros! Keine weitere Analyse.

 

Bollinger Bänder – der zweite Indikator im Bunde

Die Bollinger Bänder sollten eigentlich auf eine Übertreibung im Markt hinweisen. So stellt man die äußeren Begrenzungen auf eine Standardabweichung ein.

Ich selbst nutze die Bollinger Bänder, um mir den Zeitpunkt meines Einstiegs in einen Trade anzuzeigen.

So sind meine Bänder auf 20 Perioden eingestellt, mit der ersten Standardabweichung.

Doch wofür verwende ich nun die Bänder?

Im Grunde ist der Zwischenbereich, in den Bollinger Bändern, welchen ich lila hervorheben lasse, meine Korrekturzone.

Ist ein Basiswert in einem Aufwärtstrend, warte ich darauf, das dieser korrigiert. Dabei muss die Korrektur mindestens in den lila Bereich hineingehen. Am besten bis zur gestrichelten, grünen Linie.

Solange der Kurs außerhalb der Bollinger Bänder ist, ist der Basiswert für mich uninteressant.

So ist dies zwar der Anfang einer Korrektur, jedoch muss diese mindestens bis in den lila Bereich hineingehen. Erst dann wird der Basiswert interessant.

 

RSI – Relative Strength Index

Der letzte und dritte im Bunde bei mir ist der RSI.

Der RSI wurde dazu entwickelt, bei einer Aktie anzuzeigen, wenn diese Überkauft oder Überverkauft ist. Viele jedoch verwenden den RSI falsch.

Denn man muss auch den RSI in Einklang mit dem vorherrschenden Trend bringen.

Sind wir also in einem Aufwärtstrend, schauen wir nur nach den Überverkauftsignalen, als Einstiegszeitpunkt. Sind wir in einem Abwärtstrend, schauen wir für unseren Einstiegszeitpunkt nur nach den Überkauftsignalen.

Ich selbst sehe den Markt ab einem Wert von 70 als Überkauft und bei einem Wert ab 35 als Überverkauft an.

 

Die Kombination macht es

Einzeln ist keiner der Indikatoren wirklich etwas Wert. Nur die Kombination aus den drei Indikatoren bringt etwas.

Also, was ist für mich ein 5 Sterne Setup?

  • Der Chart weißt über 3 Jahre eine klare Tendenz auf
  • Die Durchschnitte sind sauber gefächert
  • Die Korrektur ist an der Mittellinie des Bollinger Indikators
  • Der RSI gibt ein Einstiegssignal

 

Ist einer der genannten Punkte nicht perfekt gegeben, handelt es sich bei mir um ein 4 Sterne Setup. So kann es sein, das der RSI noch kein Signal geliefert hat, sondern nur kurz zuvor ist, ich den Trade aber schon eingehe. Der Grund könnte sein, weil der Kurs bereits an einem wichtigen Punkt reagiert.

Ebenso kann es sein, das die Korrektur die Mittellinie des Bollinger nicht nur erreicht, sondern durchschritten hat. Sollte dies passieren, schaue ich mir gerne kurz die Historie des Charts an. Bei einigen Aktien ist dies durchaus normal.

Dies wäre z.B. ein 5 Sterne Setup gewesen. Der Docht der Kerze ging bis auf die Mittellinie des Bollinger Bandes.

 

 

 

 

 

 

 

Dies wiederum wäre ein 4 Sterne Setup, da die Korrektur das mittlere Band durchschlagen hat. Sonst passt jedoch noch alles.

 

 

 

 

 

 

 

Da es unzählig viele Basiswerte gibt, schaut nach 5 Sterne Setups. Sobald ihr nur kurz überlegt, ob ihr einen Trade eingehen solltet, lasst es.

Entweder das Chartbild gefällt euch oder nicht. So würde ich z.B. keinen Trade in dem obrigen 4 Sternesetup machen. Warum? Weil mir das Bild nicht gefällt. Zu heftig wurde die Mittellinie durchbrochen und der 20er Durchschnitt dreht nach unten.

Lieber einen Trade weniger machen, wie einen zu viel.

 

Dieses Setup funktioniert ganz gut. So habe ich lange auf dieses Setup Put Optionen geschrieben. Vermehrt auch auf 4 Sterne Setups. Noch besser funktioniert das Setup, wenn ihr es in den Einklang mit dem Gesamtmarkt bringt.

Ist der Gesamtmarkt nach dem Setup long, dann sucht ihr auch nur nach long Einstiegen. Selbst wenn ihr auch short Einstiege finden würdet, lasst ihr diese links liegen.

Aktuell schreibe ich PMCC auf dieses Setup.

So, nun kennt ihr mein kleines Setup. Der Schwachpunkt des Setups liegt natürlich in Seitwärtsmärkten und wenn der Trend schnell wechselt. Aber es gibt kein Setup, welches keinen Schwachpunkt besitzt ? sonst wäre es ja langweilig.

 

Kommentare (3)

  1. Danke für diese interessante Aufschlüsselung.
    Gibt es denn eine Seite oder eine Art Software, die nach den beschriebenen Kriterien interessante Aktien herausfiltert?

    Antworten

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