Stop Loss Limit Order – Warum ich sie nicht nutze

Stop Loss Limit Orders werden von fast jedem Broker angeboten. Doch was ist hier der Unterschied zu den normalen Stop Loss Orders?

Ich möchte heute kurz den Unterschied erklären. Auch möchte ich nochmal kurz darauf eingehen, was bei einer normalen Stop Loss Order eigentlich passiert.

Und zu guter Letzt werdet ihr in diesem Artikel auch erfahren, warum ich niemanden Rate, mit Stop Orders zu arbeiten!

Die einfache Stop Loss Order

Eine Stop Loss Order ist einfach beschrieben. Erreicht der Kurs einer Aktie die Schwelle, welche in der Stop Loss Order eingegeben wurden ist, wird diese aktiviert.

Danach werden die Aktien entweder zum nächst besten Preis gekauft (bei einer Stop Buy Order –> oberhalb des aktuellen Kurses) oder die Aktien werden zum nächst besten Preis verkauft (wenn die Stop Order unter dem Aktienpreis lag)

Oftmals werden die Stop Orders zur Risikoabsicherung genutzt. Wenn man z.B. eine Aktie zu 100 € gekauft hat kann man sich bei 95 € absichern. Dann stellt man hier eine Stop Loss Order ein.

Erreicht der Kurs die 95 €, werden die Aktien verkauft und der Verlust somit begrenzt.

Was bedeutet zum Best möglichen Preis?

Es bedeutet genau das. Gerade bei illiquiden Werten könnt ihr hier auf die Nase fallen. Oder auch, wenn ihr außerhalb der regulären Handelszeiten die Orders platziert. Denn da geht auch viel Liquidität verloren.

Im Grunde arbeitet die Stop Loss Order so.

Der eingegebene Kurs wird erreicht. Nun schaut sich die Börse an, bei welchem Kurs der nächste Handel zustande kommt.

Hier ein kleiner Exkurs. Wie entsteht eigentlich ein Börsenkurs?
Ich finde das in dem Video sehr schön einfach erklärt.

So kann es sein, dass ihr die Aktien nicht für 95 € verkauft, sondern für 94,98 €. Dies wäre nicht weiter schlimm.

Es kann aber auch sein, dass ihr die Aktien zu 90 € verkauft. Da erst hier ein anderer Marktteilnehmer bereit war, die Aktien zu kaufen.

Sobald eine Stop Loss Order ausgelöst wird, wird diese im Grunde zu einer Market Order. Es wird also einfach zum nächst bestem Preis gekauft oder verkauft.

Stop Loss Limit sollte genau das Problem lösen

Um das Problem zu lösen, das eine Stop Order zu einer reinen Market Order wird, hat man das kleine Zusatz Limit der Stop Order hinzugefügt.

Mit dem Limit kann man eine Spanne angeben. Wenn ich z.B. Aktien kaufen will kann ich nun eingeben.

Stop Kurs 95 € –> ab hier wird die Stop Order aktiviert.

Limit 90 € –> bis zu diesem Kurs kaufe ich. Darunter nicht mehr.

Natürlich geht es auch andersherum. Angenommen man hat bereits Aktien welche gut steigen und möchte diese bei einem bestimmten Kurs verkaufen.

Stop Kurs 105 € –> ab hier kann verkauft werden

Limit 110 € –> bis 110 € würde man verkaufen, darüber nicht mehr.

Warum sollte man über 110 € nicht mehr verkaufen? Wegen eines großen Gaps zum Beispiel.

Wenn herauskommt, dass eine Firma übernommen werden soll, kann diese schnell 25 % nach oben schießen. Mit so einer Stop Limit Order kann man verhindern, zu billig zu verkaufen.

Genauso kann man mit einer Stop Limit Order verhindern, zu teuer zu kaufen, wenn man bei fallenden Kursen sich in eine Aktie einkaufen möchte.

Denn was wäre, wenn die Nachricht rauskommt, dass die Aktie Bilanzfälschung betreibt?
Dies würde dazu führen, dass der Kurs massiv einbricht und man wahrscheinlich sein Investment nochmal überdenken muss.

Somit soll uns eine Stop Loss Limit Order vor unvorhergesehenen Ereignissen schützen. An sich wirklich eine gute Idee.

Stop Loss Limit nie zur Absicherung nutzen!

Wir wissen nun, wie die Stop Limit funktioniert. Aber bitte, nutzt sie dennoch nie zur Absicherung eurer Aktien.

Denn, im schlimmsten Fall passiert es, das eure Aktien gar nicht verkauft werden, weil der Kurs unterhalb vom Limit ist. Somit müsst ihr weitere Verluste erleiden.

Um sich in Aktien einzukaufen, ist es eine schöne Idee und ein wundervolles Werkzeug. Aber niemals sollte man mit einer Stop Limit Order seine Aktienpositionen absichern. Das kostet einen sonst sehr viel Geld, wenn der Aktienkurs über das Limit der Stop Order springt.

Auch bin ich persönlich kein Fan davon, seine Aktien überhaupt via Stop Orders abzusichern. Zu oft werden diese abgefischt. Man verliert seine Aktien, nur um zuzusehen, wie diese wieder steigen.

Lieber arbeite ich mit mentalen Stoppkursen, ab welchen ich die Aktien verkaufe. Oder wenn ihr euch richtig absichern wollt, ohne die Aktien zu verlieren, wenn Kurs x erreicht wurden ist, kauft euch Optionen.

Mit Optionen habt ihr die Möglichkeit, dass alle eure Buchverluste aufgefangen werden, ihr aber in Ruhe schauen könnt, was der Kurs macht. Aber dies ist ein anderes Thema.

Wer sich dennoch für Stoppstrategien interessiert, hier findet ihr einen älteren Artikel von mir zu dem Thema.

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