Realty Income – mein erster REIT

Ihr kennt ja meine Strategie. Ich kaufe solange ein unterbewertetes Unternehmen, bis ich mindestens 100 Aktien davon habe. Denn dann bin ich in der Lage, Calls auf meine Aktienbestände zu schreiben.

Da ich nun meine 100 Aktien von Comcast habe, war es an der Zeit, ein neues Unternehmen zu suchen, in welches ich investieren wollte.

Meine Wahl ist diesmal auf einen REIT gefallen. Dies hat den Grund, da ich meine Einnahmen innerhalb des Aktiendepots erhöhen muss. Denn ich kann nicht mehr so viel sparen, wie in den letzten Monaten.

Warum? Dies habe ich in diesem Einnahmenreport erklärt.

Außerdem wollte ich doch schon immer eine Art Immobilienbesitzer sein 🙂

Realty Income – was machen die überhaupt?

Realty Income investiert nicht in klassische Wohnimmobilien. Nein. Ihr Augenmerkt liegt eher auf Freizeitimmobilien.

So gehören ihnen Skigebiete, Kinos aber auch Kindergärten, private Schulen und solche Sachen.

Ich fand dies sehr interessant. Da dies meist langfristige Verträge sind, sollten auch die Einnahmen längerfristig gesichert sein.

Das Unternehmen selbst wurde 1969 gegründet. Ich mag Unternehmen die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Denn dies zeigt, das es Krisen meistern kann.

Das Rating ist durchwachsen. Es hat von S&P ein Rating von BBB-. Dies bedeutet so viel wie, „Durchschnittlich gute Anlage. Bei Verschlechterung der Gesamtwirtschaft ist aber mit Problemen zu rechnen“

Das Risiko gehe ich mal ein.

Wie bin ich auf Realty Income gekommen?

Am 15.05. erscheint auf dem Blog ein Artikel über REITs, welche monatlich Dividende zahlen. Darunter ist z.B. auch Realty Income.

So habe ich die meisten der REITs, welche ich da zeige, analysiert und für mich Realty als Investment herausgesucht.

Die Analyse

Wie bin ich nun vorgegangen?

Nun, ich hatte eine recht lange Liste von möglichen Kandidaten. Immer wenn ich eine längere Liste habe, muss diese erst einmal eingekürzt werden.

Bevor ich mir die Arbeit mache, ein Unternehmen fundamental zu untersuchen, schaue ich mir die Charts an. Dies geht schnell und ist ein guter Filter. So schaue ich mir den Chart in einer Zeit von mindestens 5 Jahren an.

Geht dieser schön von links unten, nach rechts oben, bin ich zufrieden. Umso weniger „Dellen“ im Zeitraum, umso besser.


Realty Income Chart
Realty Income im Wochenchart über 10 Jahre

Man kann im Chart den Haupttrend schön erkennen. Es gibt immer wieder zwischendrin stärkere Schwankungen. Nicht schön, aber auch kein Beinbruch. Da ich aktuell nicht das Geld habe, mir direkt 100 Aktien zu kaufen, kann ich solche Rücksetzer hervorragend nutzen, um günstiger an Anteile zu kommen.

Habe ich meine Liste verkleinert, schaue ich mir an, ob ich auf den Rest überhaupt Optionen schreiben kann. Alleine dadurch fallen oftmals nochmal einige Werte raus.

Erst die letzten Werte schaue ich mir fundamental an. Dies mache ich natürlich hauptsächlich über meine Grahamformel.

Aber ich schaue mir auch an, was das Unternehmen grob macht. Kann ich damit etwas anfangen? Gefällt mir das Geschäftsmodell? Dies ist eine reine Bauchentscheidung, die jeder anders treffen kann und wird.


Realty Income Auswertung Fundamentaldaten
Bewertung mit der Grahamformel

Man sieht hier sehr schön, das Realty Income recht stabil läuft. Die Dividendenrendite ist aktuell etwas niedrig. Damit muss ich leben.

Was einem vielleicht auffällt.. Meine Tabelle zeigt keine Unterbewertung an. Diese wäre erst bei 69,91 $ gegeben nach Graham. Der aktuelle Kurs liegt aber nur wenige Cent darüber. Deshalb kaufe ich.

Auch kaufe ich die Aktien solange, bis diese in die Nähe ihrer fairen Bewertung von 99,87 $ kommen.

Der Kauf wird sehr gestückelt stattfinden

Wie bereits gesagt, ich habe nicht mehr so eine große Sparquote. Wie will ich mir also die Aktien kaufen?

Hier gibt es zwei Einkommensströme, welche ich nutzen werde. Einerseits meine Bonuszahlungen. Denn diese rechne ich nie in meine Sparquoten mit ein.

Ich werde aber auch meine Einkommensströme von den Börsen nutzen!

So werde ich mir Anteile an Realty Income über meine Optionsprämien und eingenommene Dividenden kaufen.

Zugegeben, dies werden nicht viele Aktien pro Monat werden… vielleicht 1 Aktie pro Monat. Aber durch diese eine Aktie, steigt auch wieder mein Dividendeneinkommen.

Ich weiß, ich weiß… aber die Gebühren… who cares? Dividenden und Optionsprämien sind „geschenktes“ Geld. Es sind kleine Soldaten, die in den Kampf geschickt werden, um den Monat darauf noch mehr zu sein.

Und bei den geringen Gebühren, welche ich bei Captrader zahle, sind diese vernachlässigbar. So werden wohl bereits im kommenden Einnahmenreport die ersten Aktien von Realty Income in meinem Depot zu finden sein.

2 Kommentare

  1. Hallo Martin,
    auch ich würde mir gerne einen Monatszahler ins Depot holen und hab mir überlegt welcher Titel dafür in Frage kommt. Zwei Probleme sehe ich jedoch bei O (Börsensymbol für Realty Income):
    1) Der Kurs ist innerhalb des letzten Jahres um mehr als 35% gestiegen. Auch die meisten anderen REITs sind zuletzt stark gestiegen. Wieviel Fleisch ist da wohl noch am Knochen? Bzgl. Langzeitinvestments sicherlich nicht so entscheidend, aber ich glaube an Zyklen und warte auf die nächste größere Delle im Kurs, auch auf die Gefahr hin, dass ein größerer Rücksetzer nicht eintreten wird (es gibt auch genug andere Kandidaten).
    2) Das Geschäftsmodell von O besagt: „Die Realty Income Corporation ist ein Immobilieninvestmentfonds, der in Einkaufszentren in den USA und Puerto Rico investiert.“ Auch wenn dieser Markt zurzeit absolut boomt, glaube ich gerade im Bezug auf Langzeitinvestments, dass Einkaufszentren (dem Vormarsch des E-Commerce sei Dank) ihre beste Zeit schon gesehen haben bzw. diese in naher Zukunft sehen werden. Auch gib es hier meiner Meinung nach bessere Alternativen (EPR Properties – Unterhaltung, Medical Properties & Sabra Health – Gesundheit, Public Storage – Lager).

    Das sind nur meine Gedanken zu diesem Thema. Mir liegt es fern, Dir Dein Investment schlecht zu reden, auch weil ich denke, dass Deine Entscheidung bereits gefallen ist. Viel Erfolg damit!

    • Hey grüß dich,

      danke für deine Gedanken dazu.

      Ob der Kurs großartig gestiegen ist, ist mir meist egal. Wichtig für mich ist oft nur, ob das Unternehmen aktuell unterbewertet ist oder nicht. Und ich habe den „Vorteil“ das ich mir meine 100 Aktien momentan nicht leisten kann 🙂 Also sollte der Kurs zurückgehen, kann ich günstiger nachkaufen.

      Auch das Geschäftsmodell finde ich an sich nicht schlecht. Ich weiß das bei Google zuerst der von dir genannte Satz kommt. Aber Einkaufszentren machen nur einen Teil des Portfolios aus. Wie bereits geschrieben, ist das Portfolio recht breit gestreut. Kindergärten, Skiregionen gehören ebenfalls dazu und bringen einen guten Cashflow.

      Ich sehe das Unternehmen aktuell auf einem guten Weg und vertraue denen einfach, das sie auf den Wandel reagieren werden, wenn er sich stärker durchschlägt. Bis dahin laufen aber noch längerfristige Verträge in den Einkaufszentren, die vorerst für einen positiven Cashflow ihren Teil beitragen.

      Aber ich denken auch, das man bei fast allen REITs Vor- und Nachteile finden kann. Nichts ist perfekt.

      PS.
      EPR habe ich mir auch angesehen und diese ist auch unterbewertet (nach meiner Meinung). Mir gefiel hier aber einfach das Portfolio nicht. Ich selbst habe mich mit Theatern und Kinos nicht so wohl gefühlt. Auch das gehört dazu. Investiere nur in Unternehmen, mit denen du dich wohl fühlst.

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