Jahresrückblick 2019, unbeachtetes „Steuergeschenk“ von Scholz und Vorschau 2020

Hallo zusammen,

mein letzter Beitrag ist nun bereits Monate her. Ich war nun gut dreieinhalb Monate zuhause. Ich habe die Elternzeit sehr genossen, bin aber auch erschrocken wie schnell die Zeit vergeht.

So hatte ich keine Zeit Artikel zu schreiben. Jedoch muss ich auch zugeben überlegt zu haben, den Blog einfach ruhen zu lassen… Der Kapitalist ist ein wenig verbrannt durch den spektakulären Verlust 2019. Das ich mein Jahr nicht mit Gewinn geschlossen habe, sollte jedem klar sein.

Aber ich werde weiterschreiben. Sicherlich weniger. Der Hauptgrund jedoch warum ich weiter machen werde, sind die teils fehlenden Informationen bei den anderen Blogs… diese schreiben zwar viele Analysen, aber ich habe auf keinem bisher gelesen, dass hier informiert wird, dass das Einkommenssteuergesetz zum 20.12. geändert wurden ist. Gerade für Optionshändler ist dies ab 2021 eine mittlere Katastrophe.

Das Abschlussgeschenk von Herrn Scholz

Bevor ich in diesem Artikel zum üblichen kommen werde, also wie das Jahr war und so, möchte ich euch nur ganz kurz schreiben was Herr Scholz durchgeboxt hat.

Dabei ein kurzer Hinweis. Dies ist keine Steuerberatung. Es ist eine Aufklärung wie das Gesetz bisher verstanden wird. Klärt Einzelheiten bitte mit einem Profi ab.

Auswirkungen auf Investoren seit 01.01.2020

Bei normalen Aktien sind die Auswirkungen weniger schlimm. Hier gab es folgende Änderung. Sollte ein Unternehmen in eurem Portfolio pleitegehen oder ihr die Aktien nicht mehr loswerden, weil ein Insolvenzverfahren begonnen hat und einfach niemand mehr die Aktien haben will, dürft ihr euren Verlust nur noch bis 10.000 € gegen Gewinne gegenrechnen.

Sind die Verluste höher, dürft ihr diese über die kommenden Jahre, aber pro Jahr max. 10.000 €, gegen eure Gewinne gegenrechnen.

Solltet ihr Großinvestoren sein und hattet z.B. bei der Steinhoff einen Verlust von 100.000 €, so braucht ihr 10 Jahre bis ihr die Verluste steuerlich geltend machen könnt. Solange keine neuen hinzukommen durch insolvente Firmen in eurem Portfolio.

Einfache Aktienverluste lassen sich aber wohl weiterhin einfach gegen eure Gewinne gegenrechnen.

Ab 2021 gibt es für Termingeschäfte wie Optionen nichts mehr zu lachen

Schlimmer ist es bei Termingeschäften (Futurehandel, Optionshandel)

Denn hier dürfen ab 2021 Verluste nur noch bis zu einer Höhe von 10.000 € gegen Gewinne gegengerechnet werden. Höhere Verluste müssen auch hier auf die Folgejahre aufgeteilt werden.

Klingt erstmal nicht schlimm? Dann passt auf.

Angenommen ihr handelt viele Spreads, Iron Condors oder musstet einfach nur sehr viel Rollen. Angenommen eure Verluste in einem Jahr betrugen bei Optionen 90.000 €, eure Gewinne 100.000 €.

Durchaus auch mit einem mittleren Konto machbar. Der Jahresgewinn wäre eigentlich 10.000 €. Diese würdet ihr heute versteuern und alles wäre gut.

Ab 2021 sieht das anders aus. Dann dürft ihr von euren „Verlust“ von 90.000 € nur noch 10.000 € gegen eure Gewinne gegenrechnen. Ihr versteuert dann nicht 10.000 € Jahresüberschuss, sondern 90.000 € Gewinn (100.000€ „Gewinn“ – 10.000 € anrechenbarer Verlust)

Anstelle knapp 2700 € Steuern zu zahlen, dürft ihr nun 24.300 € Steuern zahlen und das obwohl ihr real nur 10.000 € Gewinn gemacht habt.

Denn gerade bei Spreads verfällt der gekaufte Long oder wird für weniger Geld zurückgekauft. Dies stellt einen Verlust dar. Auch wenn ihr Optionen rollt. Der Rückkauf ist ein Verlust. So könnt ihr den Optionshandel einstellen für ein laufendes Jahr, sobald eure Verlustseite die 10.000 € erreicht hat.

Hier noch der offizielle Gesetzestext dazu:

Und nochmal. Das ist kein Entwurf. Das Gesetz ist durch. Es wurde kurz vor Weihnachten durchgewunken! Und auf keinem deutschen Blog ist davon zu lesen! Auf nicht einem einzigen.

Nun aber zu 2019

Nachdem ich meine Pflicht der Aufklärung geleistet habe, kommen wir nun zu meinem Jahresrückblick.

Privat eines, nein, DAS schönste Jahr meines Lebens.

Angefangen das meine Freundin Anfang des Jahres schwanger wurde. Wir in eine schöne, große Wohnung zogen, bis zur Geburt unseres Sohnes Oskar. Eine teils anstrengende Zeit mit wenig Schlaf nach der Geburt aber wundervollen Momenten mit meinem Kind.

Man mag denken, dass das erste Weihnachten, das erste Silvester Highlights waren. In einer gewissen Weise schon. Viel toller war aber, als Oskar mich das erste Mal bewusst anlachte.

Als er das erste Mal nach etwas greifen wollte. Selbst jetzt, wenn er versucht sich zu drehen. Jedes Mal, wenn der Kleine auf meiner Brust einschläft. Das sind die wahren besonderen Momente. Umso schwerer fällt es mir nun wieder auf Arbeit gehen zu müssen. Aber jede Elternzeit hat mal ihr Ende.

An der Börse war es, aufgrund dessen das ich den schnellen Reichtum wollte, das wohl schlechteste Jahr überhaupt. Ihr wisst von dem Verlust. Naja, mit etwas Galgenhumor kann ich nun wenigstens sagen, dass ich die kommenden Jahre keine Steuern zahlen muss^^

Abgesehen davon war ich recht zufrieden.

Sehr viel mehr sagen kann ich tatsächlich gar nicht dazu. Das mein Jahresverlust knapp 27.000 € beträgt ist bekannt. Nun, die nächsten Jahre werden besser. Da bin ich mir zu 100 % sicher, zumindest soweit Herr Scholz sich nicht noch mehr Schwachsinn einfallen lässt.

Privat habe ich wieder angefangen mehr Sport zu treiben. Auch war ich bei meinem ersten kleinen Kampfsportseminar, bei dem es hauptsächlich um die Abwehr diverser Waffen ging. Hatte danach recht blaue Arme, hat aber sehr viel Spaß gemacht und war mal was anderes zum üblichen Training.

Was wird 2020?

Der Blog

Da ich den Blog hier wohl weiterführen werde, dieser aber vom Namen her verbrannt ist, bin ich mir noch unsicher wie ich damit umgehen werde.

Die Transparenz bleibt auf jeden Fall. Jedoch werde ich mich wohl nochmal hinsetzen und ein paar Dinge im Hintergrund umbauen. Alte Beiträge löschen und neu schreiben. Die Texte schöner machen und mir mehr Zeit lassen beim Schreiben. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich bei diesem Text schon nicht daran halte^^

Durch den verbrannten Namen wird es der Blog wahrscheinlich nie über sein Dasein als Hobbyblog hinausschaffen. Solange ich euch trotzdem hier und da einige wichtige Infos geben kann, lohnt es sich in meinen Augen trotzdem 🙂

Aktienhandel

An der Börse ändert sich ein klein wenig. Ich handle viel cash secured Puts und covered Calls auf meine Aktienbestände.

Diese Strategie werde ich so nicht mehr sehr intensiv fortführen. Denn ich hatte immer das Problem dabei, das ich die Aktien eigentlich behalten wollte. Ich war in einem Zwiespalt (bei einigen Aktien) die Aktien ausgebucht zu bekommen.

Ich habe mich deshalb dazu entschieden bei Aktien eine reine Dividendenstrategie zu fahren. Wenn es mal passt oder die Aktien mir momentan zu teuer sind, dann schreibe ich auch mal einen Put. Die Einnahmen werden dann direkt in den Basiswert investiert. Sozusagen eine kostenlose Aktie.

Bin ich der Meinung die Aktien sind überbewertet und ich besitze genügend, dann werde ich sicherlich auch mal einen Call verkaufen. Dies werden aber Ausnahmen bleiben. Denn ich will die Aktien langfristig besitzen und an deren Entwicklungen partizipieren.

Optionshandel und Futures

Werde ich aufhören Optionen zu handeln? Nein! Dafür sehe ich Optionen als viel zu geniales Mittel der Cashflowerzeugung an. Auch hoffe ich noch, dass es noch in diesem Jahr eine Klage gegen das neue Gesetz geben wird. Denn es kann nicht sein, Gewinne komplett besteuern zu wollen, Verluste aber nicht anrechnen lassen zu wollen.

Aber ich werde Optionen nur noch auf Dinge handeln, welche ich zu 100% nicht haben will. Bei denen ich also nicht in einen Zwiespalt komme.

So werde ich aufgrund von CoT Daten Optionen auf Futures, hauptsächlich im Rohstoffmarkt, verkaufen. Dies werden dann Trades werden, um im Idealfall Geld für weitere Investitionen zu erhalten.

Natürlich werden auch hier im Monat vielleicht nur 1 bis 2 Trades rauskommen. Alleine schon um das Konto nicht zu sehr zu gefährden.

Um das Ganze dann auf ein etwas professionelleres Niveau zu bringen, werde ich im Mai ein Seminar zu den CoT Daten besuchen und wie man mit diesen Futures handelt. Das Seminar ist nicht ganz billig. 1000 € pro Tag 😉

Dafür sitzen da Leute die wissen was sie machen. Dies beweisen sie jährlich mit der Teilnahme an der Trading Weltmeisterschaft, bei dem sie stehts unter den Top 5 sind. Auch ist der CoT Trader in der Ausbildung bei Larry Williams gewesen.

Kleiner Gag am Rande. Von Williams besitze ich ein Buch in Deutsch, welches nicht mehr gedruckt wird. Hatte es vor zwei Jahren für knapp 150 € gekauft. Jetzt bekommt man die gebrauchten Bücher nicht mehr für untern 600 €^^

Investieren in Bücher kann ich 😀

Sicherlich denken jetzt wieder einige „Hat der nichts gelernt… Warum investiert er nicht einfach… Der ist dumm….“

Ich bin mir da zu 97% sicher, dass einige das oder ähnliches denken werden. Ich bin mir aber auch zu 100% sicher, dass es mich nicht interessiert^^

Denn ich habe es ja auch immer und immer wieder geschrieben. Trotz des großen Verlustes bin ich nicht in finanziellen Schwierigkeiten. Meine Sparquote ist, trotz Kredit, höher als bei den meisten Menschen.

Ich werde natürlich dann auch in meinen Monatsberichten (wenn diese wiederkommen) darüberschreiben.

Privat

Nun, dieses Jahr werde ich meinen 30igsten Geburtstag feiern. Ich muss zugeben das ich die Zahl komisch finde. Es ist wie ein Abschluss der Jugend. Zum Glück dauert es noch ein paar Monate 🙂

Ansonsten freue ich mich dieses Jahr darauf, viele Dinge mit meiner kleinen Familie erleben zu dürfen. Es ist überraschend wie sehr sich der Fokus plötzlich ändert, wenn so ein kleiner Wurm da ist.

So freue ich mich darauf, wenn der Kleine durch die Wohnung krabbelt, sein erstes Wort sagt, er anfängt zu laufen… Halt auf die vielen Kleinigkeiten, die für ihn jedoch große Schritte bedeuten.

Ich freue mich gewaltig darauf dem Kleinen ein Brötchen morgens am Frühstückstisch geben zu können, worauf er drauf rum kaut. Ich freue mich auf seinen ersten Geburtstag, Weihnachten und Silvester dieses Jahres. Eigentlich auf alles was mit ihm zu tun hat. Auf seine Entwicklung.

Kinder mögen anstrengend sein, gerade in ihren Wachstumsphasen in denen sie unglaublich viel lernen. Aber sie bereichern das Leben ungemein sehr und machen viele andere Dinge unwichtig.

Ansonsten schauen wir mal, was das Jahr noch so bringt. Ich freue mich in erster Linie darauf mein erstes komplettes Jahr mit meiner eigenen Familie verbringen zu dürfen.

Und so gehe ich Dankbar für eine tolle Freundin, einen wundervollen Sohn und Dankbar für euch als meine Leser in ein neues Jahr. Schauen wir mal was dieses Jahr, dieses neue Jahrzehnt, für uns alle bereithält.

5 Kommentare

  1. Moin,

    warum hat es mein gestriger Kommentar nicht in den Kommentarbereich geschafft?

  2. Nunja, die einschlägigen Facebookgruppen haben über die Feiertage kaum ein anderes Thema diskutiert, als eben dieses Steuerthema. Die Fachleute berichten auch bereits im Netz dazu, unter anderem auf Youtube. Zudem wurde die Ansicht der Drucksache einem Youtubevideo entnommen, ohne dies kenntlich zu machen.

    Ändert natürlich nichts an der Absurdität des Gesetzes, welches für mich dazu führt, dass sich das Risiko aufgrund erschwerter Absicherungsmöglichkeit erhöht.

    Vermutlich hatten die Regierigen anderes im Sinn, aber es fehlt dann doch der Sachverstand, wenn man sein Girokonto als geeignetes Sparvehikel ansieht. Ist ja auch tatsächlich vollkommen ausreichend, wenn man eine PremiumPolitikerMinisterAltersvorsorge zu erwarten hat.

  3. Schdaadhebara Antworten

    Grüß Gott Herr Reichelt,

    zuerst gratuliere ich Ihnen herzlich zur Geburt Ihres Sohnes. Genießen Sie die Zeit mit Ihrer kleinen Familie.

    Dass Sie in dieser Zeit wichtigeres zu tun haben, als Ihren Blog zu pflegen ist nur verständlich und nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist für mich jedoch, weshalb der Name verbrannt sein soll.

    Ihre Artikel zeugen regelmäßig von höchster Qualität und fundierter Recherche. Ich habe bisher noch nichts besser und anschaulicher Präsentiertes gefunden. Ich würde es sehr bedauern, wenn Sie damit aufhören würden.

    Vielen herzlichen Dank für den Hinweis auf die steuerliche Neuerung. Da ich häufig pmcc’s handle bin ich von dieser Neuregelung stark betroffen. Wenn diese Regelung nicht mehr gekippt wird überlege ich, für diese Geschäfte wohl eine GmbH oder UG gründen, damit die Prämien nicht mehr unter das ESTG fallen.
    Bin gespannt, was mein Steuerberater dazu sagt.

    Schöne Grüße aus Niederbayern

    Werner Weiß

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