Ist mein Nettoeinkommen wirklich mein Geld?

Wir kennen den Unterschied zwischen Brutto und Netto. Wir erhalten von unserem Arbeitgeber oder Auftragsgeber eine Summe X für die erbrachte Arbeitsleistung.

Meistens wird diese in Stunden bezahlt. Von dieser Summe X nimmt sich der Staat und die Sozialversicherungen ihren Anteil.

Was übrig bleibt ist unser Nettoeinkommen. Allgemein wird dieses Einkommen so angesehen, als wäre es das, was wir behalten können.

Das stimmt aber ja nicht.

Niemand darf sein Nettoeinkommen behalten

Von unserem Nettoeinkommen gehen noch recht viele Fixbeträge ab.

Miete, Strom, Versicherungen, möglicherweise Tilgungen von Schulden.

Also nichts mit Netto ist unser. Von unserem Netto gehören uns im Endeffekt vielleicht noch 50 %.

Doch davon gehen ja weitere Ausgaben ab. Essen, Benzin, Geld fürs Ausgehen.. ein neues Handy muss auch davon bezahlt werden..

Wie viel bleibt dann noch übrig? Wie viel Net-Netto bleibt uns? Oder anders ausgedrückt. Mit wie viel Geld bezahlen wir uns selber?

Das Geld was übrig bleibt, ist unsere Sparquote. Was bleibt denn so übrig am Ende des Monats?

Bei vielen nicht viel.. denn da wird, jeden Monat wieder, eine neue Ausrede gefunden, warum man dies und jenes doch kaufen muss. (oder darf)

Bezahlt euch zuerst. Am Anfang des Monats, nicht am Ende

Ich denke viele machen den Fehler und schauen erst am Ende des Monats, was übrig geblieben ist.

Dabei sollte man sich als erstes bezahlen. Errechnet euch, was theoretisch jeden Monat übrig bleiben müsste.

Wenn jeden Monat, theoretisch 500 € übrig bleiben müssten, dann macht sofort einen Dauerauftrag.

Dieser Dauerauftrag überweist ab sofort jeden Monat 50% von eurer theoretischen Sparquote auf euer Depot. Investiert dieses Geld. lasst es arbeiten.

Somit ist das Geld weg. Somit rechnet ihr euch etwas ärmer, aber ihr kommt gar nicht erst in Versuchung, das Geld wieder auszugeben.

Überlegt wie lange ihr für etwas Arbeiten müsst, bevor ihr es kauft.

Damit meine ich, wie lange ihr wirklich für einen kleinen Luxus arbeiten müsst.

Wie hoch ist euer Net-Netto-Stundenlohn?

Den Bruttostundenlohn kennt jeder. Der bringt nur niemanden etwas.

Den Nettostundenlohn kann man sich auch noch recht einfach ausrechnen. Und dieser ist wenigstens etwas realistischer. Aber wir wissen ja, selbst das Netto ist nicht unser.

Nur was nach Miete, Strom etc bleibt, ist an sich euer Geld!

Errechnet euch also nur daran, wie lange ihr für etwas arbeiten müsst. Nehmen wir an, ihr habt Netto 2.000 €.

Nach Abzug aller anderen Kosten, bleiben euch noch 800 €.

Im Durchschnitt arbeitet man 176 Stunden im Monat. Wie hoch ist also euer Stundenlohn?

800 € / 176 Stunden = 4,55 €/Stunde

Nicht viel oder? An sich fast gar nichts. Für einen Kaffee bei Starbucks dürft ihr also fast eine Stunde arbeiten. Herzlichen Glückwunsch.

Ihr denkt der neue Fernseher für 400 € ist eine gute Idee? Dafür müsst ihr gute 90 Stunden arbeiten gehen. Ist es euch das Wert?

Errechnet euren Net-Nettolohn und überlegt mehr, ob euch die Ausgaben, die erbrachte Arbeitszeit wert sind. Alleine durch diese Gedanken werdet ihr weniger ausgeben und mehr sparen.

Dividenden und Optionsprämien schenken mir Zeit.

Wenn man diese Rechnung mit dem Net-Netto nun anders betrachtet, macht es mehr Spaß.

Wenn wir bei unserem obigen Beispiel bleiben. Stellt euch vor, derjenige nimmt im Jahr ca. 200 € Dividenden ein und schreibt auf seine Aktienbestände, jeden Monat Optionen. Dadurch nimmt er im Jahr nochmal 200 € ein.

In Summe also 400 €. Oder anders. Knapp 90 Stunden, die er weniger für andere Sachen arbeiten musste im Jahr.

Es reicht oftmals, um eine neue Ebene der Freiheit zu erreichen, wenn die passiveren Einkünfte unser Net-Netto erreichen. Sie müssen noch nicht alle Ausgaben decken können.

Doch selbst wenn sie die Höhe unseres Net-Nettos erreichen, können wir bereits entscheiden, weniger zu arbeiten. Denn ab diesem Zeitpunkt muss die Arbeit nur noch unsere Rechnungen zahlen. Von dem Lohn muss nichts mehr gespart werden, da dies unsere Einnahmen durch unsere Investments übernehmen.

Somit hätte man bereits einen großen Grad an Freiheit erreicht. Es muss nicht immer gleich die komplette finanzielle Unabhängigkeit sein. Es reicht auch schon eine Teilunabhängigkeit.

Oder man arbeitet weiter in Vollzeit und spart dadurch weiter. Über die Investments und über den Lohn.

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