Finanzielle Freiheit – wie wichtig sind deine Einnahmen?

Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht. Oftmals lese oder höre ich, dass die Einnahmen gar nicht so wichtig sind, wenn man die finanzielle Freiheit erreichen will.

Doch eigentlich finde ich diese Aussage sehr unlogisch. Wenn nicht gar falsch! Es ist in meinen Augen nicht egal, wie viel man verdient. Umso mehr ich verdiene, umso einfacher erreiche ich die finanzielle Freiheit.

Umso weniger ich verdiene, umso schwerer ist es für mich, diese zu erreichen. Im Endeffekt muss ich sogar zuerst an meinen Einnahmen arbeiten, bevor ich überhaupt an die finanzielle Unabhängigkeit denken kann.

Eine hohe Sparquote ist teils einfach nicht machbar, oder bringt dich nicht voran

Oft liest man, das Geheimnis der finanziellen Freiheit ist die Sparquote.

Sicher, wer wenige Ausgaben hat, kann diese schneller durch passive Einnahmen decken.

Noch einfacher ist es, bei niedrigen Ausgaben und hohen Einnahmen. Aber was sind niedrige Ausgaben?

Wenn jemand 1.500 € im Monat verdient und derjenige auf eigenen Beinen steht, wird er wahrscheinlich keine 1.000 € im Monat sparen können.

Ich rede hierbei immer von recht normalen Menschen, nicht von Sparfanatikern.

Ich bin der Meinung, fast egal wo man lebt. 1.000 € im Monat werden die Meisten ausgeben. Miete, Auto, Essen… da sind 1.000 € schnell zusammen.

Und dann soll man mit 500 € pro Monat die finanzielle Freiheit erreichen. Dies ist natürlich machbar. Dauert nur etwas. Einfacher wäre es, bei den gleichen Ausgaben, 3.000 € zu verdienen.

Sparen hat seine Grenzen, Einnahmen sind Grenzenlos

Ich bin der Meinung, dass es jeder schaffen kann, finanziell unabhängig zu werden.
Ich bin aber auch der Meinung, dass es nicht jeder mit 40 schaffen kann. Man benötigt einfach eine gewisse Höhe an Einnahmen.

Seine Ausgaben kann man im Zweifelsfall nicht weiter senken, wie bis 0 €

Realistisch würde ich sogar sagen, das Ausgaben bis 1.000 € schon gut sind.

Mieten machen hierbei oftmals den größten Brocken aus. Spart man beim Auto, hat man meist höhere Mieten (oft ist ohne Auto zu leben nur in der Stadt möglich)

Spart man bei der Miete, ist man dagegen oftmals auf ein Auto angewiesen. Deshalb sehe ich es für realistisch, wenn man 1.000 € / Monat fürs Leben benötigt.

Spart man nun 500 € im Monat, sind das trotzdem gute 33 %. Davon müssen Rücklagen gebildet werden und und und..

Das alles ist mit höheren Einnahmen einfacher. Anstelle also, wie wild immer nur auf die Ausgaben zu achten, sollte man vielleicht eher auf der Einnahmenseite etwas machen.

Risiko ist relativ zu den Auswirkungen zu sehen

Doch egal wie viel oder wenig man nun als harten Betrag am Ende spart. Wichtig ist, davon etwas, im Idealfall alles, zu investieren.

Einen Teil in sich selber, aber auch in Vermögenswerte. Seien es Aktien, Immobilien, P2P Kredite.. was es nicht alles gibt.

Investieren bringt einen Hebel. Denn dadurch werden Einnahmen generiert, für die ihr nicht aktiv eure Zeit, bzw. eine bestimmte Menge Zeit, eintauschen müsst.

Wer nun mit dem Argument des Risikos kommt, hat Risiko nicht verstanden. Auch im Aktienmarkt wird Risiko oftmals nicht richtig verstanden.

Im Aktienmarkt heißt es, diversifiziert euer Geld. Möglichst breit. Oftmals völlig sinnlos.

Denn Risiko wird selten im Zusammenhang mit den Auswirkungen gesehen.

So ist Risiko viel mehr eine Größe, bei der eine Wahrscheinlichkeit, mit der schwere der Auswirkung auf euer Leben multipliziert werden sollte.

Dazu ein Beispiel?

Es ist unwahrscheinlich, dass ich mir mit einem Blatt Papier heute in den Finger schneide. Und wenn es doch passiert? Hat es große Auswirkungen auf mein Leben? Nein.

Den Papierschnitt deshalb als Risiko anzusehen, wäre es nicht wert. Der Gedanke ist es schon nicht wert.

Ich muss jeden Tag gut 50 km Auto fahren. Bedingt um auf Arbeit zu kommen und wieder nach Hause. Dabei ist es recht wahrscheinlich, dass ich plötzlich mal eine Umleitung fahren muss oder in einen Stau gerate.

Aber, die Auswirkungen der zusätzlichen Zeit, die ich dann benötige, um auf Arbeit zu kommen oder nach Hause, sind vernachlässigbar. Wegen ein paar Minuten die ich länger brauche, wird meine kleine Welt nicht zusammenbrechen.

So mag die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens zwar hoch sein, die Auswirkungen aber sehr niedrig. Somit ist das Risiko ebenfalls als gering zu werten.

Es ist unwahrscheinlich, dass man bei mir einen Tumor finden wird oder Krebs diagnostiziert. Aber wenn es doch so kommt, sind die Auswirkungen enorm auf mein Leben. Somit, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, ist das Risiko hoch!

Ebenso ist es wahrscheinlich, dass ich in meinem Leben eine Tragödie erleben werde. Auch ist es wahrscheinlich, dass diese Auswirkungen auf mein Leben haben wird. Ob kurz oder langfristig spielt momentan keine Rolle.

Somit ist hier das Risiko als sehr hoch zu bewerten.

Wenn man die Dinge so betrachtet, wird man feststellen, dass die meisten Dinge die einem passieren können, eher risikoarm sind.

Entweder weil sie sehr unwahrscheinlich sind oder weil die Auswirkungen auf das eigene Leben überschaubar sind.

Und jetzt komme ich deshalb nochmal zurück zur Diversifikation.

Viele investieren pro Unternehmen nur 1.000 €. Es könnte ja pleitegehen…

Ich habe aktuell 4400 € in Lufthansa investiert. Somit macht diese Position bei mir (rein bei den Aktien) knapp 40 % aus. (Stand 29.03.2019)

Aus Sicht der Diversifikation eine Katastrophe. Aber wie sieht mein Risiko real aus?

Wie wahrscheinlich ist es, das Lufthansa pleitegeht? Sehr unwahrscheinlich. Und wenn sie doch pleitegehen? Was hat dies für Auswirkungen auf mein Leben?

Gar keine Auswirkungen. Somit ist die Position in Lufthansa kein Risiko.

Wenn in Lufthansa all mein Geld drin wäre, vielleicht sogar Geld, welches ich später brauche oder welches ich mir geliehen habe, dann wäre das Risiko ein komplett anderes.

Auch Risiko ist eine Ansicht, welche durch Einnahmen gesteuert wird

Wenn wir bei dem Beispiel von oben bleiben. Einnahmen steuern auch, wie risikobehaftet Investments sein können.

Wenn ich mir 5.000 € hart in 5 Jahren erspart habe, hänge ich mehr daran und habe mehr Angst um das Geld, als wenn ich dafür nur ein Jahr benötige zum Sparen.

Somit bleibe ich bei meiner Meinung, dass die Einnahmenseite eine der wichtigsten Parameter zur finanziellen Freiheit ist. Man sollte zwar auch seine Ausgabenseite unter Kontrolle haben und nicht zu sehr ausarten lassen.

Aber um eine hohe Sparquote zu erreichen, muss die Einnahmenseite wachsen. Die Ausgaben können nur auf ein bestimmtes Maß minimiert werden. Der Sparhebel ist aber, was reinkommt.

1 Kommentar

  1. Hallo lieber Kapitalist,

    Danke für Deinen Artikel – ich pflichte Deiner Ansicht voll und ganz bei. Die übermäßige Fokussierung auf die Senkung der Ausgaben hat seine Grenzen, auch hat nicht jeder Spass an extremem Frugalismus. Eine Steigerung der Einnahmen ist de facto unbegrenzt möglich, wenn man sich von einem gewissen €-Betrag/Stunde löst. Genau das empfehle ich ja an verschiedenen Stellen mit passiven Einkommensquellen.

    Schau Dir auch folgenden Artikel an: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/16/finanziell-frei-mit-durchschnittseinkommen-und-sparsamkeit-leider-nein/ Dort habe ich ähnliche Gedanken entwickelt.

    Viele Grüße
    MFF

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