Einnahmenreport Juli 2019

Ich schreibe den Einnahmenreport gerade zum zweiten Mal… ich hatte ihn bereits angefangen, in freudiger Erwartung, meinen ersten „freien“ Monat zu verkünden… also finanziell freien Monat…

Jedoch haben es nur drei Tage geschafft, aus einem Gewinn in Höhe von knapp 7.000 € einen Verlust in Höhe von knapp 25.000 € zu machen…

Wie ihr euch denken könnt, kommt der Verlust durch den CFD-Handel… und ich habe auf Kredit gehandelt… Somit ist dies nicht nur einfach ein Verlust von Kapital für mich. Sondern rein Bilanztechnisch hat mich dieser Verlust ins Minus gebracht. Ich besitze rein formal kein Vermögen mehr.

Nun bringt mich dieser Verlust nicht in existenzielle Angst. Der Kredit war so gewählt, dass ich ihn ohne Probleme abzahlen kann. Aber psychisch gesehen ist es eine Katastrophe. Das Konto hat 80% seines Wertes verloren.

Auch wenn ich wusste, dass dies passieren kann, so hat man nicht wirklich damit gerechnet, nach den Renditen der letzten Jahre. Doch es ist passiert. Und das bevor wirklich Gewinne angesammelt werden konnten.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das ganze Thema nicht riesig ärgern würde. Ich gebe hierbei aber niemandem die Schuld an irgendetwas. Ich alleine habe die Entscheidung getroffen, da mitzumachen, den Kredit aufzunehmen und so weiter… ich alleine

Und das ärgert mich tatsächlich. Ich hatte eine Sparquote von über 50% erreicht. Damit hätte ich mich zufriedengeben sollen und langsam aber beständig mein Vermögen aufbauen sollen.

Aber ich wollte wieder den schnellen Weg gehen. Und genau dann hat es natürlich gekracht. Nun habe ich den Kredit verloren und mir selbst relativ viel Spielraum in meinen finanziellen Entscheidungen genommen. Doch ich kann mich nun grün und blau ärgern. Es wird an der Lage nichts mehr ändern.

Doch ich selbst muss daraus wohl Konsequenzen ziehen und mir etwas überlegen. Was mache ich nun zukünftig? Wie gehe ich damit um, in drei Jahren, in dem es den Blog nun gibt, keinen Schritt ernsthaft vorangekommen zu sein?

Wie geht es weiter bei den CFD-Trades?

Ich hatte das Geld auf zwei Konten. Mein kleines Konto ist fast komplett platt. Hier laufen zwar noch Trades, aber die sind ebenfalls stark im Verlust. Wenn ich alle schließen würde, könnte ich aktuell wohl um die 300 € retten.

Ich lasse deshalb hier die Trades einfach laufen und schau mal, ob der Umschwung hier noch kommt.

Bei meinem großen Konto, bzw. bei dem was davon noch übrig ist, werde ich einen Neustart machen. Hier laufen ebenfalls noch Trades, aber das Konto ist nicht direkt in Schieflage, da ich hier mehr Spielraum hatte, als alles den Bach runter ging.

Hier sind auch noch einige Trades im Verlust. Ich werde wohl auch diese schließen und komplett „frisch“ anfangen, mit dem Geld welches noch übrig ist. Und das ist nicht mehr die Welt.

Ich habe aber noch die kleine Hoffnung, dass dieses Ereignis so schnell nicht wieder vorkommen wird. Zumindest nicht so schnell.

Sollten sich die Renditen wieder einpegeln, ist es machbar, das nächstes Jahr um die Zeit die Verluste wieder einigermaßen eingespielt wurden sind.

Nun kann man auch hier sagen, dass ich doch lieber aufhören sollte und die restlichen Euronen retten sollte. Aber wenn man bereits 80% verloren hat, macht es im Zweifelsfall nichts mehr aus, die restlichen 20% auch zu verlieren.

Im Grunde riskiere ich die restlichen 20% auf die Hoffnung, meine alten 100% wieder zu erreichen.

Der Signaldienst selber hat aber auch auf die massiven Verluste reagiert. So wurde die Gebühren vorläufig ausgesetzt und werden wohl zukünftig auch niedriger sein. Denn die Konten schaffen es nicht mehr, aus eigener Kraft die Kosten ansatzweise zu decken.

Der Kredit muss weg

Meine größte Sorge während des Einbruchs der CFD-Konten war, dass ich da Geld verlieren, welches nicht mir gehört. Während alles fiel, machte ich mir mehr oder weniger Vorwürfe, den Kredit abzahlen zu müssen, obwohl das Geld weg ist.

Da ich dies noch nie hatte (also auf Kredit gehandelt) kannte ich die Belastung nicht, welche da auf mich zukam. Ich kannte das Gefühl, wenn die Trades gegen mich liefen und ich auch mal größere Verluste realisieren musste.

Aber ich kannte es nicht, wenn es sich dabei um Geld handelte, welches ich durch eine monatliche Belastung zurückzahlen musste, obwohl es schon weg war.

Also habe ich den Entschluss gefasst, dass ich mir was einfallen lassen muss, wie ich die Kreditrate anderweitig verdienen kann. Sozusagen als Ausgleich in meiner Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Sodass für die Ausgaben durch den Kredit eine neue Einnahme kommt.

Da ich der Ansicht bin, meine kleine Reputation nun komplett verloren zu haben, werde ich diese Einnahmen wohl eher nicht durch Börsenthemen generieren. Ich habe nichts vorzuweisen, warum also andere belehren wollen?

Ich habe aber bereits eine Idee, wie ich neue Einnahmen nebenbei generieren kann. Mein Ziel sollen 400 – 500 € zusätzlich im Monat sein. Dies wird nicht von heute auf morgen passieren.

Aber ich hoffe so ein regelmäßiges zusätzliches Einkommen schaffen zu können. Der große Vorteil wäre auch, wenn der Kredit dann abbezahlt ist, würden die zusätzlichen Einnahmen bleiben.

Als größtes Hindernis daran sehe ich aber mich selber. Ich habe oftmals Ideen, aber dann fehlt mir ein wenig der Biss es durchzuziehen und vor allem durchzuhalten. Ich hoffe diesmal wird es anders.

Was ich genau vorhabe, erzähle ich euch später, wenn ich, hoffentlich, die ersten Einnahmen erzielen konnte.

Auch werde ich einen zweiten Blog eröffnen. Dieser wird mit ein wenig Glück auch Einnahmen generieren. Aber dies wird nicht im Vordergrund stehen. Es wird auch kein Finanzblog werden, sondern sich mit einem anderen Hobby von mir beschäftigen 🙂

Einnahmen und Verluste heute mal anders

Da der Artikel selbst schon recht lang geworden ist, möchte ich heute den eigentlichen Report ein klein wenig verkürzen. Somit schreibe ich hier mal meine harten Zahlen auf…

KategorieGewinn/Verlust (realisiert)
CFD-22471,49 €
Aktienverkäufe256,60 €
Dividenden20,06 €
Optionsprämien119,05 €
Gesamt-22077,26 €

Wirklich bitter oder? Naja. Woher kommen aber nun die Einnahmen?

Comcast wurde mir über meinen covered Call ausgebucht. Dadurch entstanden die 256 € Aktiengewinne. Ebenso hatte Comcast und auch Realty Income wieder Dividenden ausgeschüttet.

Die Prämieneinnahmen bei meinen Optionen entstanden durch Comcast und durch Lufthansa.

So habe ich einen neuen Put auf Comcast geschrieben. Leider hatte ich diesen schon geschrieben, bevor ich auf eine Lösung von einem meiner Probleme kam… was das für ein Problem ist und welche Lösung das ist, erfahrt ihr am Mittwoch.

Lufthansa fiel weiter im Kurs, was mich dazu veranlasste, weiter Calls zu verkaufen. So verkaufte ich Anfang des Monats zwei Calls auf Lufthansa. Da der Kurs aber gegen Ende Juli weiter sank, entschied ich mich nochmal zwei Calls zu verkaufen.

Dadurch konnte ich hier relativ hohe Einnahmen verzeichnen. Aber all dies sind nur kleine Tropfen auf einem sehr, sehr heißen Stein.

Ees wird ein weilchen dauern, bis ich mich von diesem Crash erholt habe. Finanziell wie aber auch moralisch. Ich hoffe das es mit dem zweiten kleinen Standbein was wird. Aber da muss ich selber noch ein wenig schauen und mit ein kleines Konzept überlegen.

Was ich aber bereits sagen kann ist, das der nächste Einnahmenreport ebenfalls nochmal ein Verlust ausweisen wird. Warum?

Anfangs habe ich geschrieben, das 80% meines Kontos platt sind. Also ca. 25.000 €. Aber bei den realisierten Verlusten bei den CFD-Konten habe ich „nur“ knapp 22000 geschrieben. Die Differenz sind noch nicht realisierte Buchverluste.

9 Kommentare

  1. Hi Martin,

    danke für deine Transparenz! Ich kenne mittlerweile einige Leute, die durch Copytraden von CFD Strategien selber einen Haufen Geld verloren haben. Ich bin damals selber bei eToro ziemlich auf die Schnauze gefallen. Damals handelte es sich aber noch um eine überschaubare Summe. Dabei habe ich meine lessons gelernt. Daher kann ich jedem nur raten seine eigene persönliche Strategie in eigener Verantwortung zu handeln. Bei CFDs besteht natürlich auch bei eigenem Handeln die Gefahr von großen Verlusten aufgrund des riesigen Hebels. Denn wo viel Rendite möglich ist besteht überlicherweise auch großes Risiko.

    Alles Gute weiterhin bei deinem Handeln. Das wird schon wieder, solange man seine Erfahrungen gemacht hat und die Fehler nicht wiederholt.

    Beste Grüße
    Chris

  2. Autsch, ich kenne das Gefühl… Umso schlimmer, dass es dir gleich mit einem System passieren musste, auf das du nichtmal selbst Einfluss hattest…

    Ich könnte jetzt die typische leier bringen „ich habs schon vorher gewarnt“, aber das hilft ja nichts. Jeder macht eben seine eigenen Erfahrungen.

    Mein Tipp ist: Bleib dran und gib nicht auf. Das Kapital ist zwar weg, aber die Erfahrungen ebnen den Weg für eine schnellere Erholung.

    Viel Erfolg!

  3. Schon bitter. Respekt für deine Offenheit. Heute recovered der Markt anscheinend schon wieder aber sowas weiß man ja nie vorher. Wünsche dir viel Kraft für die Zeit als Vater.

    • Hallo Kapitalist,

      das ist die richtige Einstellung. Investment klappt nicht, aus den Fehlern lernen und weitermachen.

      Morgen launcht der YouTube-Channel „Reselling mit Kopf“, vielleicht wäre das eine neue Einnahmequelle

      LG Tololix

  4. Hallo Kapitalist,
    ich bin richtig erschrocken über deinen Monatsbericht. Da habe ich mich in etwas wiedererkannt, das du geschrieben hast: „Ich hatte eine Sparquote von über 50% erreicht. Damit hätte ich mich zufriedengeben sollen und langsam aber beständig mein Vermögen aufbauen sollen. Aber ich wollte wieder den schnellen Weg gehen. Und genau dann hat es natürlich gekracht.“ Bei mir war es vor Jahren ähnlich, nicht mit CFDs sondern mit Turbos, aber mit ähnlichem Ergebnis (zum Glück ohne Kredit). Mein Fazit: der langsame aber beständige Weg zahlt sich am Ende aus, nicht die Zockerei. Inzwischen sieht es in meinem Depot wieder sehr gut aus, was einer hohen Sparquote und der guten Aktienentwicklung der letzten Jahre zu verdanken ist.
    Dir und deiner Familie alles Gute
    Iris

  5. Ay, das tut weh. Daher Hut ab dies überhaupt so öffentlich darzulegen, denn es braucht schon eine gewisse Grösse so etwas niederzuschreiben und auch zu veröffentlichen. Andere hätten in ihrem Stolz das ganze für sich behalten. Darum mag ich den Blog hier sehr, hier wird sehr ehrlich geschrieben (mit den ganzen auf und abs).

    Mir wurde der Signaldienst vor ein paar Monaten nicht mehr ganz geheuer und ich habe alles glattgestellt und in ETFs umgeschichtet, da ich für mich persönlich entschieden habe, dass ich weniger Risiko im Portfolio will. Gerade noch rechtzeitig wie ich sehe.

    Man weiss halt leider nie was die Zukunft bringt. Es hätte auch perfekt laufen können und du wärst in kürzester Zeit reich geworden.

    Immerhin hast du noch dein normales Depot, deine Aktien und deine Optionen und natürlich das wichtigste deine Familie. Daher sind solche Ereignisse auch eine gute Möglichkeit sich neu zu orientieren und auch eine Strategie zu entwickeln, wie ArtVandelay es in seinem Kommentar anregt. CFDs haben halt nicht geklappt, ev. sind Optionen eher das richtige für dich. Die wurden wie ich in letzter Zeit hier so gelesen habe ein wenig spärlicher eingesetzt.

    Ich wünsche dir auch viel Glück für die Zukunft, auf dass sich das Glück schnell wieder in die richtige Richtung wendet und das Depot wieder zu alten Höchstständen aufschliesst.

    • Hallo Martin,

      da bist du wohl wirklich rechtzeitig ausgestiegen. Man weiß wirklich nciht was die Zukunft so bringt. Ich bin ein Risiko eingegangen und dabei auf die Nase gefallen.

      Im Hintergrund arbeite ich tatsächlich auch an meinem eigentlichen Depot und natürlich auch an meiner Strategie. Hier muss ich mal schauen, ob ich kommendes Jahr in der Lage bin, meinen Dauerauftrag auf Captrader wieder zu erhöhen. Somit würde es mir da einfacher fallen, neue Aktien zu kaufen und mit Optionen wieder mehr zu machen. Aber da warte ich erstmal die Elternzeit ab, da diese ja schon meine Einnahmen gut nach unten regelt.

  6. Auch auf meiner Seite ein dickes Schlucken als ich diese Zeilen las. Nur musste ich genauso daran denken, dass eine Strategie, die in 99,9% der Fälle eine Überrendite generiert und in 0,1% der Fälle einen Totalausfall bedeutet, nichts taugt, da in genau diesem einen aus tausend Fällen dein Konto an die Wand gefahren und man handlungsunfähig ist.
    Und ein Serie von „Rachetrades“ im Falle des doch knappen „Überlebens“, gemäß de, Motto „ich mache aus den verbliebenen x% (in Deinem Fall x = 20) wieder 100%“ sind nur selten gut gegangen – und wenn doch, dann nur durch Glück und nicht durch Können, so dass man sich über die Aufholjagd auch nicht so recht freuen kann, geschweige denn stolz darauf sein kann. Was ich damit sagen will, mein Rat an Dich wäre: Zieh Dich mit Deinem verbleibenden CFD-Kontoguthaben in eine solide Umgebung zurück, bastle Dir (oder lasse Dir mithilfe eines Mentors) eine Strategie zusammen, die ein positiven Erwartungswert aufweist und zu Dir passt (anstatt Dich auf Signale Fremder zu verlassen und es dem Markt heimzahlen zu wollen bzw. Dir zurückholen zu wollen, was Dir genommen wurde); nur so wirst Du nach diesem Rücksetzer irgendwann darauf zurückblicken und den Nutzen dieses Desasters erkennen. Denn auch Du bist nicht davor gefeilt, dass es nicht zu einer Wiederholung der Ereignisse kommt und Du im schlimmsten Fall bei einer Nachschusspflicht mit Weniger als Nichts dastehst. Welchen Weg auch immer Du bestreitest, ich wünsche Dir viel Erfolg!
    Abschließend noch möchte ich Dir auch noch meinen Respekt für Deine Offenheit und Ehrlichkeit aussprechen. Nicht jeder hätte die Eier, das hier so offenzulegen.

  7. Moin Kapitalist,

    das ist natürlich bitter, mein Beileid für das Desaster.

    Wer in diesem Zusammenhang allerdings so transparent und ehrlich ist wie du, sollte sich um seine Reputation nun wirklich keine Sorgen machen. Vielleicht kannst du das Ganze ja mal in einem weiteren Artikel etwas genauer aufarbeiten, damit auch andere etwas davon lernen können.

    Viele Grüße
    Götz

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