Einkommensschere – eine völlig falsche Diskussion

Ab und an entfachen in den Medien ja gerne Diskussionen, über die immer größer werdende Einkommensschere in Deutschland. Oder in den USA… oder China… oder sonst wo, wo aktuell in der Bevölkerung wieder Propaganda gegen besserverdienende gemacht werden muss.

Doch die Diskussion, ob die Einkommensschere nun größer wird oder nicht, ist doch völlig egal. Was kümmert es mich, ob die Reichen mehr verdienen?

Bringt es mir etwas, zu wissen, dass das Einkommen der oberen 10 % um 20 % gewachsen ist? Für mich ist doch nur relevant, ob mein Einkommen steigt.

Und auch auf die Gesellschaft gesehen spielt es keine Rolle, ob eine Einkommensschere entsteht oder nicht. Es ist auch egal, ob diese größer oder kleiner wird.

Denn es ist die falsche Diskussion. Wir müssen eine andere Frage stellen.

Ist der Lebensstandard für alle gestiegen oder nicht?

Wenn sich das Leben von allen (zumindest von den Meisten) gebessert hat, ist es mir doch sowas von egal, ob ein Millionär jetzt 15 Millionen hat anstatt 10 Millionen.

Wenn die Einkommen überall steigen, der Lebensstandard überall steigt, aber wir über Einkommensungleichheit und Einkommensscheren reden, haben wir ein Luxusproblem!

Wir reden dann von Dingen, die nicht diskussionswürdig sind und nur Neid schüren sollen.

Und ja, die Einkommen entwickeln sich nun mal anders. Natürlich machen sie das. Aber es ist unwichtig. Seit den 90iger Jahren entwickeln sich in Deutschland die Einkommen unterschiedlich.

Die Einkommensschere wird größer und größer. Na und? Schauen wir uns doch mal um.

Geht es der Gesellschaft oder dem Großteil der Bevölkerung schlechter wie in den 90igern? Ich glaube nicht!

Der Normalbürger hat einen Luxusstandard erreicht, den es damals nicht gab. Das Allgemeinwohl steigt ständig.

So war die durchschnittliche Lebenserwartung 1980 bei 72 Jahren. Heute ist diese auf 80 Jahre angestiegen.

Doch nicht nur das. Der Staat kann es sich auch leisten, mehr und mehr Bafög zu zahlen und somit Schüler und Studierende besser zu unterstützen.

Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung, gibt es auch immer weniger Hartz 4 Bezieher.

Ist es also nicht wichtiger zu fragen, geht es der Gesellschaft besser? Anstelle sich darüber aufzuregen, das die Einkommensschere größer wird? Ist die Diskussion darüber nicht irrelevant?

Auch unsere Armutsgrenze sagt wenig aus

Wie wird Armut in Deutschland definiert? Wisst ihr das? Über den Median.

Im Grunde wird geschaut, was verdienen die Leute so. Dann wird geschaut, wo die Mitte ist (nicht der Durchschnitt).

Jeder der nur 60% von der Mitte verdient, ist Arm. Fertig. So wird die Armutsgrenze in Deutschland gezogen. Ist ungefähr so sinnvoll wie unser Lohnsteuersystem, welches eine kalte Progression zulässt.

Man könnte nun sagen, es ist doch ok, wenn die Armut so gezählt wird. Ich finde es aber nicht, da es sehr schnell ein falsches Licht auf die Gesellschaft werfen kann.

Dazu ein Beispiel. Gehen wir mal davon aus, das alle Preise so bleiben, wie sie aktuell sind. Aber mit einem Schlag verdient jeder Deutsche 5.000 € mehr. Wer also bisher 2.000 € hatte, hat nun 7.000 €. Wer nur 500 € hatte, hat nun 5.500 €.

Wir sind uns einig, jeder, wirklich jeder Einzelne, damit mehr als hervorragend leben könnte und auch würde.

Das Kuriose aber, an der offiziellen Armut in Deutschland hätte sich nichts geändert. Wer vorher arm war, würde immer noch als arm gelten. Es wird nicht betrachtet, wie man mit dem Einkommen leben kann.

Oder was ist, wenn es umgekehrt wäre? Die Preise bleiben, aber jeder verdient plötzlich 80 % weniger. Dann hätten wir ein Problem. Fast alle! Aber an der Statistik würde sich rein gar nichts ändern.

Die Einkommen werden nur in einen willkürlichen Kontext zueinander gestellt. Ist ja fast wie die Feinstaubgrenzen in den Städten^^ Naja, ok. So schlimm dann vielleicht auch nicht. Immerhin haben die Einkommen wenigstens Referenzwerte.

Aber ihr versteht was ich meine.

Wir unterhalten und in Deutschland immer nur über relative Armut. Dies vergessen wir oft. Absolute Armut gibt es theoretisch in Deutschland nicht, da es durch Hartz 4 eine Mindestversorgung gibt.

Um den Bogen zur Einkommensschere wieder zu bekommen

Was ich mit der Armutsthematik zeigen will ist, das alles relativ ist. Sich über Armut zu unterhalten oder der ach so ungerechten Einkommensschere, ohne aber zu schauen wie sich die Gesellschaft finanziell und allgemein entwickelt hat, ist nicht richtig.

Denn so schauen wir uns immer nur einen kleinen Teil an, ohne das große Ganze zu betrachten. Dadurch entstehen sinnlose Neiddebatten.

Mich interessiert nicht, ob der Reiche immer reicher wird. Mir ist doch im Endeffekt nur wichtig, ob sich meine Situation ebenfalls bessert. Und das tut sie für die Meisten.

Warum sich also aufregen und voller Neid und Habgier auf das schauen, was andere haben. Die oftmals zuvor viel mehr riskiert haben als andere.

Man darf sich maximal aufregen, wenn sich nur die Situation der Reichen verbessern würde. Das tut sie aber nicht. Auch wenn man es nicht wahrhaben will, von uns allen wächst der Wohlstand. Für uns alle ist es einfacher geworden, Geld anzusparen und Vermögen aufzubauen.

Es gibt Ausnahmen. Es gibt immer Ausnahmen. Es wird auch immer Ausnahmen geben. Man kann nie alle retten, egal ob man das nun gut finden mag oder nicht.

Wie denkt ihr über die Einkommensschere?

7 Kommentare

  1. Dein Beispiel stimmt nicht:
    Der Median des Nettoeinkommens lag 2013 bei 1.345 Euro (Wikipedia). Wenn nun jeder 5000€/Monat mehr verdiente, läge das Medianeinkommen bei genau 6.345€. Da jeder mindestens 5000€/Monat verdient (und das deutlich mehr als 60% von 6.345€ ist) wäre nach offizieller Definition keiner mehr arm. Kapisch?
    Ich schätze Deinen Blog übrigens sehr und lese hier immer fleißig mit.

    LG der Stockpicker (bisher stiller Mitleser)

    • Hallo Stockpicker, hier hast du völlig recht. Das Beispiel war wohl gleich ein wenig zu übertrieben von mir gewählt 🙂

      Ich hoffe aber, das hier mein trotzdem rüberkommt, was ich meine. Das man nicht nur das reine Einkommen in Betracht ziehen sollte, um zu entscheiden ob man arm oder reich ist. Es ist wichtiger, wie man davon leben kann. Und dies wird nicht hinterfragt. Geht es der Allgemeinheit besser oder befinden wir uns bei der Diskussion um die Einkommensschere nicht ehre in einer Neiddebatte?

      • Hallo Martin,

        ich sehe das Ganze ein wenig anders, auch was Ursache und Wirkung angeht.

        Zuerst einmal finde ich den hier genannten Median des Nettoeinkommens von 1.345 Euro wirklich erschreckend. Die Hälfte der Bevölkerung hat weniger als 1.345 Euro monatlich zur Verfügung?! Also ein großer Teil noch deutlich weniger?!
        Klar, ich bin als Student locker mit weniger Geld pro Monat ausgekommen. Aber auf Dauer kann ich mir das nicht vorstellen, gerade weil man dann keine finanzielle Sicherheit hat, also so gut wie kein Geld zurück legen kann, geschweige denn an zusätzliche Altersvorsorge denken kann (entsprechend den Themen dieses Blogs). Da kann ich schon verstehen, dass Menschen sich gesellschaftlich abgehängt fühlen und radikalisieren.

        Und dann wird ein Größerwerden der Ungleichheit schon zum Problem. Man vergleicht sich natürlich immer mit seiner Umgebung und kann sich in der Gesellschaft abgehängt fühlen, auch wenn es Menschen in anderen Teilen der Welt viel schlechter geht. Die sind für den sozialen Stand eines Menschen aber kein Maßstab. Es geht natürlich auch um gefühlte Armut. Gerade wenn es seinen Kindern an nichts mangeln soll und man ihre soziale Ausgrenzung verhindern will, kann eine normale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben da schon schwierig werden. Es sei denn, man hat etwas geerbt.

        Und das ist eines der Probleme, an dem ich ansetzen würde. Ich bin (wie du anscheinend auch) ein Freund davon, dass jeder entsprechend seiner Leistungsbereitschaft Aufstiegschancen erhalten sollte. Aber das ist gerade etwas, dass die OECD in Deutschland bemängelt. Das hängt definitiv damit zusammen, dass es in unserer reichen Gesellschaft viel leichter ist, ein vorhandenes Vermögen zu vergrößern, als eines aufzubauen und dieses zudem häufig durch ein Erbe erlangt wurde.
        Und das ist in meinen Augen das genaue Gegenteil von Leistungsgesellschaft, sondern eher demotivierend, da es einfach vom Zufall abhängt, ob ich in eine reiche Familie geboren werde oder nicht.

        Deshalb würde ich es begrüßen, wenn die Erbschaftssteuer oberhalb eines großzügigen Freibetrags (z.B. 500.000 Euro) auf 100 % angehoben würde. Dafür könnten Einkommenssteuer und Sozialbeiträge deutlich abgesenkt werden und vielleicht auch ein Startgeld für junge Menschen eingeführt werden, mit der sie ihre Bildung oder Selbstständigkeit finanzieren können. Wenn du deinen Nachkommen etwas Gutes tun willst, dann investiere zu Lebzeiten in ihre Erziehung und Bildung. Sein Vermögen baut man auf Basis einer funktionierenden Gesellschaft auf. Daher sollte es nach dem Tod auch in diese Gesellschaft zurückfließen. Wieso soll man als Erbe ein Recht auf dieses Geld haben? Das kann ich nicht nachvollziehen.
        Und was das Betriebsvermögen angeht, sollte es in einen Deutschlandfonds eingehen. Das müsste hier doch allen gefallen 😉 Wenn der Erbe das Familienunternehmen weiterführen möchte, sollte er es zu günstigen Konditionen über einen Zeitraum hinweg zurückkaufen können. Gleiches sollte natürlich für Immobilien gelten. Was sollte dagegen sprechen, wenn gleichzeitig die Unternehmenssteuern dafür gesenkt werden würden? Rein marktwirtschaftlich sollte das doch vorteilhaft sein?!

        Ein weiterer Punkt verglichen mit Schwellenländern oder dem Nachkriegsdeutschland ist, dass die Wirtschaft nur noch schwach wächst und die Produktivität nicht steigt. Wenn der Reichtum aller stark wächst, ist natürlich eine ungleiche Verteilung des Wachstums leichter zu akzeptieren. Du hast mit deinem Neidgedanken daher natürlich nicht komplett Unrecht. Es ist aber arrogant, die Debatte komplett darauf zu reduzieren.

        Ich persönlich wünsche mir eine breite Mitte der Gesellschaft, da sie viele Probleme wie Kriminalität und gesellschaftlichen Unfrieden reduziert. Und dafür ist regulierende Soziale Marktwirtschaft nicht der schlechteste Weg.

        Und klar: Dass finanzielle Bildung in Deutschland so vernachlässigt wird, ist absolut nicht nachvollziehbar.

        Und ja, dass das Meckern auf hohem Niveau ist, da stimme ich dir vollkommen zu. Unsere Gesellschaft ist äußerst privilegiert verglichen mit dem Rest der Welt oder dem Nachkriegsdeutschland. Trotzdem finde ich es komplett falsch, Gesellschafts- und in diesem Fall Verteilungskritik als Schwachsinn und reinen Neid abzutun. Es gibt immer Verbesserungsbedarf und man sollte ruhig mal den Schritt aus seiner Wohlstandblase heraus wagen. Dann sieht man, dass es mitnichten allen Menschen in Deutschland gut geht und die Flaschensammler das nicht nur zum Spaß machen, um zum Schluss mal ein plakatives Beispiel zu bringen.

        Viele Grüße
        Niklas

      • Hallo Niklas,

        der genannte Median war von 2013.
        Der neue Median ist aktuell bei 1689,64 € Netto, für einen Single ohne Kinder.

        Grundsätzlich interessante Gedanken die du hast. Aber es ist ein Trugschluss, wenn man denkt, das die meisten Reichen durch Erbe reich geworden sind. Sehr viele haben es sich aufgebaut.
        Auch bin ich völlig gegen Besteuerungen die auf 100 % gehen, egal ab welchem Kapital oder Unternehmenswert.

        Denn, ein Unternehmen erreicht schnell einen Wert von 1 Million und mehr. Das bedeutet aber nicht, das die Besitzer auch soviel Geld haben. Mit so einem Unternehmensfond und soeiner Erbschaftssteuer würde man wahrscheinlich langfristig den Mittelstand völlig auflösen. Eine einfache Schreinerei kann schnell einen Wert von einer halben Million und mehr erreichen. Kommt auf Arbeiteranzahl, Auftragslage etc an.

        Doch die Menschen selbst leben nicht in saus uns braus. Die Unternehmen würden ohne Führung in einen Staatsfond gehen und da wahrscheinlich einfach aufgelöst werden. Im Grunde wäre das nur eine andere Variante der DDR. eine Enteignung auf Zeit.

        Das die Wirtschaft schlecht wächst, die Produktivität weniger steigt, liegt mehr am Staat, als an den Firmen. Viele Dinge welche wir als gut erachten, sind im großen Wirtschaftsspiel Gift. Unser Kündigungsschutz ist zu hart. Die Gewerkschaften zu mächtig. Der Markt wird zu sehr reguliert. Es wird Unternehmen immer und immer schwieriger gemacht. Doch zig Verordnungen und Vorgaben und Regulierungen. Es ist kein Zufall das die Neugründungen in Deutschland von Jahr zu Jahr abnehmen. 2019 haben wir das aktulle Gründertief erreicht.

        Dagegen machen immer mehr Firmen dicht.

      • Hallo Martin,

        ich habe schon vermutet, dass die Idee nicht so gut ankommt. Als ich vor ein paar Jahren in einem Leitartikel des Spiegels erstmals über dieses Konzept der Steuerreform gelesen habe, habe ich es auch als zu radikal abgetan. Aber es hat mich zum Nachdenken gebracht und im Nachhinein überzeugt.
        Natürlich sind nicht alle Reichen Erben. Irgendjemand muss das Vermögen ja mal aufgebaut haben. Aber es liegt in der Natur das kapitalistischen Systems, dass sich das Kapital mit der Reife der Gesellschaft immer weiter konzentriert, sofern es nicht zu wirtschaftlichen Schocks kommt (Krieg, Naturkatastrophen, Seuchen, Wirtschaftskrisen). Damit nimmt der Anteil der Selfmade-Millionäre an den Vermögenden mit der Zeit immer weiter ab (Es werden vielleicht nicht weniger, aber sie treffen auf eine größere Zahl Erbreiche). Starke technische Innovationen und Disruptionen können den Effekt verwässern.

        Ich plädiere ganz und gar nicht dafür, dass der Staat die Kontrolle über die deutsche Wirtschaft erlangen sollte. Das würde zu starken Ineffizienzen führen. Der Staat sollte eher eine Mischung aus stiller Beteiligung und einem Konzept wie der Norwegische Staatsfonds innehaben. Aber um bei deinem Beispiel zu bleiben: Der Schreinerbub könnte ja ruhig als geschäftsführender Gesellschafter die Schreinerei weiter leiten. In den Jahren, in denen Vater und Sohn noch arbeiten würden, könnte ein Teil seines Lohns ja auch in Geschäftsanteilen vergütet werden. So hätte er bei Geschäftsübernahme zum Erbteil noch einen weiteren Anteil. Der Staat würde hier nur bei Gewinnausschüttungen seinen Anteil bekommen, bis der Sohn ihn komplett herausgekauft hat.
        Durch dieses Konzept würde der Wettbewerbsnachteil eines Neugründers (Finanzierung) gegenüber einem Erb-Unternehmen auch abgemildert, was zu mehr Wettbewerb führen würde. Das besser geführte Unternehmen würde so tendenziell eher überleben anstatt das besser finanzierte.
        Es geht auch darum, dass Unternehmenserben heute extrem gegenüber anderen Erben bevorteilt werden, was der Gerichtshof ja auch schon bemängelt hat und so die Politik zum Handeln zwingt. Das führt auch dazu, dass Vermögen in Unternehmen eingebracht werden und sehr Reiche so fast gar keine Erbschaftssteuer zahlen.

        Den Kündigungsschutz muss man auch differenziert betrachten. Erwiesenermaßen führt er zum Beispiel in den USA bei Angestellten zu einer Unternehmenskultur von Ja-Sagern und es ist so lange alles „great“, bis sich die Risiken und Fehler nicht mehr leugnen lassen. Zudem führt ein niedriger Kündigungsschutz zu einer starken Mitarbeiterfluktuation und dadurch zu einem starken Wissensverlust. Ich finde da eher das Konzept der Kurzarbeit sehr charmant. In Deutschland wurde der Kündigungsschutz ja auch durch die Leiharbeit stark aufgeweicht, die bei Auftragsspitzen sinnvoll ist, meiner Meinung nach aber übertrieben wurde.

        Bei den Vorgaben und Verordnungen gebe ich dir absolut recht. Ich habe aber das Gefühl, dass hier sehr viel Lobbyarbeit von Unternehmen betrieben wird, um die Einstiegshürden für Neueinsteiger möglichst hoch zu halten und ein Oligopol aufrecht erhalten zu können (besonder krass in der Pharma-Industrie).

  2. guter-verwalter Antworten

    Danke für deine Gedanken.
    Für mich ist der eine entscheidende Faktor auch der, den du genannt hast: Die inflationär steigende, durch spezifische soziale Medien (Twitter, Instagram) verstärkte ‚Vergleicheritis‘, die sich aus Neid im Inneren der Menschen nährt. Unsere Politik macht sich diesen moralisch schlimmen Umstand alle Zeit zu nutze, indem sie durch die Bank potenziell wählerstarken Interessengruppen immer wieder den monetären Himmel auf Erden verspricht, damit sie alle 4-5 Jahre wiedergewählt wird. Ehrliche Statements wie „Sie haben schon genug, sie brauchen kein xyz.“ oder „Sparen und investieren Sie ihr Geld renditestark für die Zukunft, statt es jetzt zu verkonsumieren.“ gibt es von keinem Berufspolitiker. Lieber lässt man die monetäre ‚Verteileritis‘ ansteigen und behandelt „some people more equal than others“ (z.B. bei der geplanten Soli-Abschaffung, aber nicht für Besserverdiener).

    In meiner Überzeugung ist die Schere jedoch faktisch real, weil die Geldmenge schon lange genug durch die Monetärpolitik manipuliert/ fehlreguliert ist, und so der Zinseszins für high-net-worth-induviduals (HNWI) stärker arbeiten konnte als für die einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten. Als HNWI bist du in den Augen der Kreditgeber automatisch kreditwürdiger, kamst/ kommst leichter an Kreditgeld und kannst/ konntest so dein Vermögen proportional stärker vermehren. (Ja, wahrscheinlich bist du auch smarter und damit Einkommensstärker, schon klar.) Das gelingt dem risikoaversen Arbeiter so nicht, was aber eben auch an der systemischen Dauer-Dysinformation zu wirklich rentablen Anlageklassen liegt, die uns die Mainstream Medien darbieten (z.B. 2002: „Riester ist das Altersvorsorge Non-Plus Ultra; 2019/2020: „Sollen wir den Riester reformieren oder ganz abschaffen.“).

    Kurz und knapp als Fazit: Schere ist da. Die Reichen sind nicht dran schuld, sie handeln eben wie jeder im eigenen Interesse. Die Eingriffe in die Monetärpolitik und die fehlende Finanzbildung in DE sind einige von vielen Faktoren. Hauptfaktor ist der Neid und das ewige Vergleichen mit anderen, weil für viele der Selbstwert gekoppelt ist an den Besitz.

    Beste Grüße,
    der gute Verwalter

  3. Danke für diesen mutigen Artikel. Was mir an der Diskussion sauer aufstößt ist, dass sie keine reale Grundlage hat. Den Spaltern ist die reale Situation egal. Ungeachtet der Tatsache, dass die Einkommensverhältnisse in den letzten Jahren stabil sind, geben sie immer den gleichen Sermon von sich.

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