Captrader – Vorstellung meines Brokers

Immer wieder lese ich in den verschiedenen Facebookgruppen, welchen Broker man empfehlen kann. Meistens ist, zumindest meine Aussage, immer dieselbe. Will man einfach nur Buy and Hold fahren, ist es zu vernachlässigen, welche Broker man wählt.

Will man aber tiefer in die Materie rein gehen und sich auch breit für die Zukunft aufstellen, sehe ich nur wenige gute Broker.

Ich selber bin bei Captrader. Dies nun bereits seit 2013. Zu meckern habe ich ehrlich gesagt nichts. Aber eine einfache Empfehlung möchte ich auch nicht immer wieder nur aussprechen. Das ist immer so halbherzig und man bekommt keinen Einblick.

Aus diesem Grundwidme ich meinem heutigen Beitrag, meinem Broker. Ich möchte euch zeigen, was ihr bei Captrader alles machen könnt und wie die TWS und die Startseiten aussehen. Also fangen wir an.

 

Captrader – eine Auflistung der Kosten

Zuerst möchte ich auf die Kosten eingehen. Diese  scheinen für die Meisten noch über den angebotenen Service zu stehen.

Das Konto selber ist kostenlos. Es spielt keine Rolle ob ihr handelt oder nicht, kosten entstehen erst beim Handeln. Es gibt aber auch keine Zinsen auf euer Geld, welches ihr bei Captrader liegen habt. Die Inflation frisst es euch also eins zu eins weg, wenn ihr es nicht investiert oder tradet.

Um ein Konto eröffnen zu können, müsst ihr jedoch mindestens 2.000 € oder 2.000$ einzahlen. Hier ist Captrader schon weit runtergegangen. Als ich damals mein Konto eröffnet habe, war die Mindestersteinzahlung noch bei 5.000 €.

Sobald ihr anfangt zu handeln, kommen jedoch die ersten Kosten auf euch zu.

Die exakten Kostenaufstellungen könnt ihr hier einsehen.

Als kleine Übersicht für euch, habe ich die wichtigsten Kosten aufgestellt.

Aktien Xetra     

ab 4 € pro Order

Aktien USA

ab 2 $ pro Order, kommt man durch die Aktienanzahl über diese 2 $, zahlt man die typischen 2 Cent pro Aktie

Optionen/Futures Deutschland

2 € pro Order

Optionen/Futures USA

3,50 $ pro Order

 

 

Es gibt natürlich etwas günstigere Anbieter. Aber man sollte nicht nur auf die Kosten achten.

Denn spätestens wenn man anfängt mehr und mehr zu handeln, möglicherweise auch größere Volumen, kann man auch mal auf seinen Broker zugehen und die Gebühren neu aushandeln. Dies ist nicht unüblich.

 

Service und Extras

Sollte man Fragen haben, kann man jederzeit bei Captrader anrufen oder man nutzt den Live Chat. Ich selber hatte zwar noch nicht viele Sachen, weshalb ich Captrader um Unterstützung bitten musste, aber wenn ich etwas hatte, waren die Mitarbeiter zuvorkommend, kompetent und konnten die Probleme und Fragen schnell aus der Welt schaffen.

Eine Sache, welche mir überaus sehr an Captrader gefällt, ist die TrainingAcademy.

Sobald man ein Konto bei Captrader hat, kann man hier eine völlig kostenlose Registrierung vornehmen. Dadurch erhält man Zugang zu zig Lernvideos von verschiedenen Tradern.

Darunter z.B. Jens Rabe, Mario Lüddemann, Carsten Berger, Nils Gajowiy usw.

Bei den Videos werden verschiedene Strategien vorgestellt aber es gibt auch sehr viele Videos über Captrader selber. Wie nutzt man die TWS richtig? Hilfe bei der Kontoverwaltung und und und.

Die Videos gehen natürlich nicht so in die Tiefe, wie es ein richtiger Webinar oder Coaching macht. Aber sie erklären Grundlagen, so das man danach durchaus in der Lage ist, die ersten Schritte alleine zu gehen. Auch erfährt man so erst einmal, was es denn überhaupt alles so gibt.

Captrader bietet auch gleich selber Realtimekurse an. Die Meisten muss man jedoch bezahlen. Oft reichen aber die kostenlosen verzögerten Daten komplett aus. Ich selber habe nur zwei Datenfeeds laufen, welche fast nichts kosten, wenn man genug handelt im Monat.

Was mir als Service auch recht gut gefallen hat, war die Möglichkeit sein Konto zu splitten. Was mein ich damit?

Ich selber fahre zwei unterschiedliche Strategien.

Die erste Strategie ist, Aktien über Optionen zu kaufen, mit dem Willen, diese zu halten und Dividenden zu kassieren und covered Calls darauf zu schreiben.

Die zweite Strategie ist das reine Traden mit Optionen, ohne die Absicht den Basiswert danach tatsächlich zu besitzen. So schreibe ich Optionen auf Futures oder auch Aktien, wie momentan bei der earnings Session.

Beide Strategien auf dem gleichen Konto zu fahren hat aber Nachteile. Die Auswertungen werden schwieriger und die Übersicht in der TWS nimmt ab. Zum Glück bietet Captrader ein, sein Konto zu splitten.

So habe ich mir einer Anmeldung, zwei separate Konten zur Verfügung, welche ich auch separat auswerten und handeln kann. Auch Gelder kann ich sofort zwischen den Konten hin und her schicken.

 

Hier kommen wir gleich zum nächsten Pluspunkt. Der PortfolioAnalyst.

Mit diesem könnt ihr euer Konto mit euren Benchmarks vergleichen. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, wie ihr euer Konto auswerten wollt. Jährlich, monatlich, seit Beginn … ihr könnt auch eigene Analysen erstellen. Dazu gibt es detaillierte und einen einfachen Überblick. Die detaillierten Analysen können einige Seiten lang sein, der einfache Überblick reicht meist aus.

Dein Werkzeug – die TWS

Hier muss ich zugeben, hatte ich am Anfang schon Probleme. Die Traders Workstation ist nicht unbedingt anfängerfreundlich. Wenn man sich jedoch mit ihr beschäftigt und einige Videos angesehen hat wird man merken, das es nicht vieles gibt, welches einen mehr Möglichkeiten gibt.

Die TWS ist ein Programm, welches ihr euch direkt runterladen müsst und installieren müsst. Es gibt auch einen Webtrader, aber den finde ich nur für Notfälle akzeptabel.

Über die TWS selber gibt es sehr viele Videos. Bei Youtube, wie auch bei Captrader selber. Solltet ihr Fragen zu bestimmten Dingen in der TWS haben, könnt ihr aber auch sehr gerne auf mich zukommen. Meine Kontaktdaten findet ihr im Impressum.

 

Hier seht ihr mein aktuelles Konto. Die Nummer und das verfügbare Kapital habe ich mal geschwärzt.

Captrader

 

Wie ihr seht, habe ich neben einem Euro Bestand auch einen US-Dollar Bestand. Dies kommt hauptsächlich durch meinen Optionshandel zustande. Da ich fast nur Optionen in Amerika handel, werden die Prämien natürlich auch in USD ausgezahlt. Auf alles in der TWS einzugehen, würde mehrere Tage brauchen. Natürlich könnt ihr euch auch Charts anzeigen lassen. Jedoch gibt es dafür bessere Programme, aber da ich Charts nur für kurze Auswertungen nutze und nicht aus dem Charts heraus handle, reicht es für mich völlig aus.

Nachträglich kann man sich in den Charts die Dividenden der Aktien anzeigen lassen. Etwas, was mir sehr gut gefällt. Auch werde ich über wichtige Nachrichten informiert.

Captrader

 

Hier möchte ich euch auch noch ein Bild des Optionstraders zeigen. Diesen startet man direkt aus der TWS heraus. Er öffnet sich in einem extra Fenster. Man kann auch aus der TWS Übersicht (Bild 1) handeln, für eine Übersicht, welche Optionen (Strike, Laufzeit) ich verkaufen möchte, nehme ich den Optionstrader sehr gerne, da er alles übersichtlich und einfach anzeigt.

 

Captrader

 

Was ist mit der Abgeltungssteuer?

Kommen wir zu den Steuern. Captrader führt die Abgeltungssteuer nicht automatisch an das Finanzamt ab! Das bedeutet für euch, das ihr euch in eurer Kontoverwaltung am Ende des Jahres eure Trades ausdruckt. Captrader hat dafür extra eine Übersicht.

Diese sendet ihr mit eurer Steuererklärung ein und zahlt eure Steuern dann nach. Das hat einen minimalen Mehraufwand, aber den riesigen Vorteil, das ihr mit dem Geld ein ganzes Jahr arbeiten könnt, ohne Steuern zu zahlen.

Captrader

 

 

Noch ein kleiner Hinweis. Solltet ihr ein Konto bei Captrader eröffnen und euch später entscheiden zu Interactive Broker zu wechseln, habt ihr eine Sperrfrist!

Diese beträgt 6 Monate. In der Zeit könnt ihr dann weder bei Captrader handeln, noch bei Interactive Brokers.

 

CapTrader - AgenaTrader 900x90

11 Kommentare

  1. Hallo,
    könntest evtl. kurz darauf eingehen, wieso du nicht direkt zu Interactive Brokers wechselst bzw. dort ein Konto hast?
    Vielen Dank.

    • Hallo Johannes,

      ich selbst bin nicht bei IB weil es damals null deutschen Support dort gab. Heute hat IB da etwas aufgeholt und sich auch mehr auf deutsche Kunden eingestellt.
      Ein Wechsel kommt nun trotzdem nicht für mich in Frage. Einerseits, weil man bei einem Wechsel von einem Resseler zu IB eine halbjährige Sperrfrist hat, aber auch, weil mir die Gebühren nicht so extrem wichtig sind.

      So kann man durchaus Gebühren nachverhandeln. Auch gefällt mir der sehr schnelle Support bei Captrader, sowie die vielen Schulungsmöglichkeiten, welche man hier hat. Captrrader hat die meisten Videos und Unterlagen von deutschen Tradinggrößen, wie Mario Lüddemann oder Jens Rabe. Und diese sind kostenlos, wenn man ein Konto bei Captrader hat.

      Wenn man darauf keinen Wert legt, bzw. sehr viel handelt mit Optionen (bei Aktien sind die Gebühren irrelevant) dann mus ich zugeben, würde ich wahrscheinlich eher zu IB raten. Also wer viele Combis wie einen Iron Condor oder Butterfly handelt, ist bei IB besser aufgehoben. Da bei diesen Optionsstrategien die Gebühren stark ins Gewicht fallen können, durch die Zahl der Optionen die gleichzeitig aufgesetzt werden müssen.

      Wer hingegegen „nur“ cash secrued Puts und covered Calls handelt, bei dem sind die Gebühren recht vernachlässigbar. Auch wenn man nur ab und an mal einen naked Put aufsetzt.
      Vielleicht könnte man auch sagen, das für einen blutigen Anfänger Captrader die bessere Wahl wäre. Wenn man dagegen schon ein wenig was weiß und sich nur“ mit der TRWS ersteinmal auseinandersetzten muss, kann man auch zu IB gehen.

      • Bill Götz

        Ein Nachteil bei IB ist, dass man, um Optionen handeln zu dürfen, ein Jahres-Netto-Einkommen von min. 40 TUSD haben muss. Da spielt es keine Rolle, wieviel man Kapital hat oder wieviel Tradingerfahrung man schon in Optionen hat. Man muss auch seine deutsche Steuer-ID angeben. Wenn man da lügt und ein höheres Einkommen angibt, als in der Steuererklärung, dann muss man theoretisch damit rechnen, dass das Finanzamt vor der Tür steht.

  2. Hallo
    kannst du mir bitte erklären welche Dokumente das deutsche Finanzamt von Captrader benötigt.
    Im Menü der von dir verlinkten Grafik finde ich nur die Dividendengewinne, nicht aber die Gewinne durch Optionshandel.

    Vielen Dank.

    • Grüß dich,

      mach einen Kontoauszug über das gesamte Jahr. Markiere dann darauf den realisierten Gewinn und deine eingenommenen Dividenden. Das sind ja die Beträge, die versteuert werden müssen.

      • Hallo. Wie sieht es bei Captrader mit Dividendenzahlungen aus Kanada aus. Gibt es da eine Vorabefreiung auf 15% (manuell/automatisch?)oder muss man den vollen Satz zahlen? Danke im Voraus

      • Puh, könnte ich dir gerade gar nicht sagen, da ich keine Aktien aus Kanada habe.
        Bei den amerikanischen läuft alles automatisch (man wird immer daran erinnert, das Formular auszufüllen, alles online). Einfach mal den Support von Cap anschreiben. Die sind sehr schnell und kompetent 🙂

  3. Der Steuerstundungseffekt klingt interessant. Wird die CapTrader-Steueraufstellung vom Finanzamt problemlos akzeptiert? Entstehen Kosten, wenn man beispielweise ein mittleres sechsstelliges Depot von Onvista zu CapTrader überträgt? Normalerweise sind Depotüberträge ja kostenfrei, aber weil IB (Ausland!) dahintersteht, bin ich mir da nicht so sicher. Vielleicht hast Du da auch Erfahrungswerte, die Du teilen möchtest? Danke! Beste Grüße
    Colibri

  4. Bin auch bei CapTrader, finde ihren Support sehr angenehm. Vor allem als Einsteiger hatte ich mich deutlich wohler gefühlt, als direkt ein Konto im Ausland zu eröffnen. Ansonsten ist die Funktionalität komplett die von Interactive Brokers, weil CapTrader nur ein Reseller dieses Angebotes ist. Ich fände es schön, wenn es mal eine richtige deutsche Bank gibt, die Optionen anbietet, aber da sind die Gebühren wirklich unterirdisch.
    VG, Rico

  5. Sehr interessanter Beitrag. V.a. das mit der Abgeltungssteuer, die man dann erst nachträglich bezahlen muss. Bin bei Flatex und das einzige, was mich an denen stört, sind die Gebühren für Dividenden ausländischer Unternehmen.

Hinterlasse ein Kommentar

Navigate