Aufbau eines Kernportfolios

Fundamentalanalyse

Man hört es immer und immer wieder. Man soll sein Depot diversifizieren. Möglichst viele Aktien unterschiedlicher Branchen sollen im Portfolio eines Investors sein.

Doch schaut man sich die wirklich erfolgreichen Investoren an, scheint das nicht ganz zu stimmen.

Diese haben zwar oftmals viele Beteiligungen. Schaut man sich aber das Portfolio genauer an, fällt einem auf, das dabei einige wenige Werte sehr viel Kapital binden, da die Positionen da recht groß sind.

Man könnte also meinen, diese Werte sind der Kern des Portfolios. Und das macht auch Sinn, nicht wild möglichst viele Beteiligungen aufzubauen.

 

Eine Obergrenze für das Portfolio

Ich habe mir ebenfalls eine Obergrenze für meine Beteiligungen überlegt. Momentan möchte ich nicht mehr, wie 25 Unternehmensbeteiligungen besitzen. Das ist schon recht viel.

Warum aber macht es Sinn, sich selbst eine Obergrenze zu setzen? Das Zauberwort darauf heißt Nachkaufen.

Wenn man allen möglichen Chancen hinterherrennt oder immer und immer wieder nach neuen Möglichkeiten sucht, hat man keine Chance Cash in der Hinterhand aufzubauen.

Man wird immer Chancen finden. Aber wichtig ist doch, in Phasen in denen die Kernaktien fallen, Cash zu haben, um nachkaufen zu können.

Denn was bringen einem fallende Kurse und Chancen, wenn man diese nicht nutzen kann?

 

Meine aktuelle Auswahl des Kernportfolios

Welche Werte man in sein Kernportfolio steckt, muss jeder selbst entscheiden. Ich habe mich für Unternehmen entschieden, an denen man aktuell nur schwer vorbeikommt. Unternehmen, dessen Marken ich kenne und dessen Geschäft ich verstehe.

Für mein Kernportfolio werde ich mir deshalb folgende Unternehmen zulegen:

  • Activision Blizzard
  • Adidas
  • Airbus
  • Altria
  • Boeing
  • Coca Cola
  • Electronic Arts
  • Henkel
  • Intel
  • Johnson & Johnson
  • Mastercard
  • McDonalds
  • Microsoft
  • Nike
  • Pepsi
  • Procter & Gamble
  • Puma
  • Starbucks
  • Visa
  • Walt Disney

 

Nachdem ich also meine Position bei KIM aufgebaut habe, werde ich anfangen in den jeweiligen Unternehmen ebenfalls Positionen aufzubauen.

Die Liste ist dabei nicht in Stein gemeißelt.

 

Kaufe ich blind ein?

Nein. Ich werde nur Anteile der Unternehmen erwerben, wenn ich diese gerade als günstig ansehe. Ist momentan kein Unternehmen günstig bewertet, spare ich einfach Kapital an, um 100 Aktien bei meinem angedachten Kaufkurs, zu kaufen.

So könnte ich, wenn ich das Geld zusammen hätte, z.B. anfangen langlaufende Puts zu verkaufen.

Somit würde ich bereits Geld mit den Unternehmen verdienen, obwohl ich diese noch gar nicht besitze.

Ist ein Wert hingegen aktuell günstig bewertet, ich kann mir aber keine 100 Aktien mit einem Schlag leisten, werde ich monatlich Anteile erwerben. Entweder, bis ich 100 Aktien besitze oder bis mir die Aktienbewertung wieder als zu teuer erscheint.

 

Ab wann würde ich aktuell kaufen?

Aktuell habe ich folgende Kaufkurse ermittelt. Wie gesagt, das sind meine Meinungen zu den Unternehmen, es ist keine Kaufempfehlung.

Unternehmen

Aktueller Kurs

Fairer Wert

Kaufkurs (Margin of Safty)

Activision Blizzard

50,87

25,58

17,90

Adidas

202,40

198,13

138,69

Airbus

92,60

131,05

91,74

Altria

54,38

113,07

79,15

Boeing

317,39

328,73

230,11

Coca Cola

48,73

46,65

32,66

Electronic Arts

84,05

124,05

86,83

Henkel

99,40

174,63

122,24

Intel

47,09

43,58

30,51

Johnson & Johnson

141,98

156,06

109,24

Mastercard

187,70

146,47

102,53

McDonalds

182,74

168,71

118,1

Microsoft

103,14

73,09

51,16

Nike

72,39

48,11

33,68

Pepsi

115,28

110,83

77,58

Procter & Gamble

91,42

102,38

71,66

Starbucks

66,78

80,84

56,59

Visa

134,45

137,98

96,59

Walt Disney

113,05

184,33

129,03

 

Man sieht hier schon. Das wird nicht nur Monate, sondern eher Jahre dauern, bis ich mein Kernportfolio so habe, wie ich es gerne möchte.

Alleine wenn ich tatsächlich von jedem Unternehmen 100 Aktien zu meinen angedachten Kaufkursen kaufen kann, benötige ich 167.599 €

Bei diesem Betrag lasse ich aber momentan das Balancing noch aus, sodass alle Werte ungefähr gleich viel Geld binden würden.

Würde ich dies noch machen, würde die benötigte Summe wesentlich höher ausfallen.

 

Wie man sieht sind bereits jetzt einige der Werte in meinen Kaufzonen drinnen. Wahrscheinlich werde ich mit Altria anfangen, aber genau weiß ich das erst, wenn ich meine Position in KIM aufgebaut habe. Denn dann werden wir sehen, wo die Kurse dann stehen.

Kommentare (3)

  1. Hi Martin,

    danke für den Beitrag. Ich kann mich da nur anschließen. Bei zu viele Positionen verliert man auch einfach den Überblick. Egal, ob es dabei um langfristige Investments, oder auch den Optionshandel geht.

    Interessant wäre noch zu wissen, wie du den fairen Wert der Aktien berechnest, die du oben gelistet hast.

    Beste Grüße
    Chris, der Veroptionierer

    Antworten
    • Grüß dich Chris,

      den fairen Wert errechne ich mir aus der Bilanz des Unternehmens heraus. Ich nehme die Vorsteuergewinne, die nachsteuer Gewinne, Umsatz und die aktuellen Zinsen auf US Bonds.
      Danach nehme ich noch eine Formel des Altmeisters Graham, welche ich aber an einem Punkt angepasst habe^^ Dafür habe ich mir eine Excel erstellt, die mir gleich alles ein wenig hübsch aufbereitet. Vielleicht stelle ich diese mal komplett vor oder gebe diese zum Download frei, mal sehen.

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  2. Hier eine Sammlung von Zitaten der Altmeister zum Thema Diversifikation:
    https://garnixoderguru.com/2018/05/18/diversifikation/
    Schön auch der Satz „Diversifikation ist für mich ein Bekenntnis zu Phlegma und Desinteresse“ aus dem letztens Absatz des Beitrags.

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