Aktien oder Immobilien – Warum ich Aktien bevorzuge

Aktien oder Immobilien? Es ist ein Streitthema, so alt wie das Investieren an sich.

Schon einst vor tausenden von Jahren stritten sich unsere Vorfahren, ob es mehr einbringt, Höhlen zu vermieten oder lieber in das kleine Unternehmen zu investieren, welches damit beauftragt wurden ist, die Feuerstelle zu schützen…

Spaß beiseite.

Viele Investoren machen beides. Sie haben Immobilien und Aktien. Aber im Normalfall besitzt man nicht gleich am Anfang das nötige Geld, in beiden Anlageformen mit zuspielen.

Anfängern rate ich, sich erst mal auf eines der beiden Themen zu konzentrieren. Es bringt wenig, sich mit den Feinheiten von Aktien und Immobilien zu beschäftigen, wenn man nur in einem tätig werden kann.

Mir ging es nicht anders. Bzw. mir geht es sogar bis heute nicht anders. Ich möchte euch zeigen, warum ich mich für den Weg der Börse entschieden habe.

Ein kurzer Hinweis noch. Ich schreibe nicht aus der Sicht von Leuten, die es schon „geschafft“ haben. Sondern ich schreibe aus der Sicht des normalen Typen von nebenan.

Aktien sind steuerlich den Immobilien unterlegen.

Ha!

Da will ich erklären, warum ich Aktien handle und nicht in Immobilien investiere. Und dann fange ich direkt mit einem Nachteil der Aktien an?

Naja, es ist nunmal so. Warum es also verheimlichen? Aktien sind unbeliebter in Deutschland. Privat, wie auch beim Staat. Der Staat hat keinen Grund Aktien zu fördern. Auch wenn er sich gerne aufregt, das deutsche Unternehmen so leicht in ausländische Hände fallen.

Aber Wohnungsmangel ist ein größeres Problem der Wähler. Also muss man zuerst das angehen. Und wie macht man das am besten? Über steuerliche Vorteile.

Ich möchte dabei nicht auf Einzelheiten eingehen. Hier ist eine kurze Übersicht, was man so bei der Steuer geltend machen kann.

Fakt ist, bei Aktien kann man nichts ansetzen… Die Fahrten zu den Hauptversammlungen? Nö!

Auch lassen sich wieder nicht alle Verluste mit allen Gewinnen verrechnen.. Dividendenzahlungen muss man sich einige Steuern erst zurückholen.. und so weiter.

Hier möchte ich gleich ganz kurz was schreiben. Merkt euch folgendes.

Aktienverluste können nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden.

Alle anderen Verluste können mit allen Gewinnen verrechnet werden. Auch mit Aktiengewinnen.

Optionsverluste können mit Aktiengewinnen verrechnet werden.

Optionsgewinne aber nicht mit Aktienverlusten.

Ich werde dazu mal noch ein eigenen Beitrag schreiben, welcher das Thema der Verlusttöpfe aufgreift.

Jaja.. Bei Aktien kann man nichts wirklich steuerlich geltend machen. Man muss sehr oft aufpassen, nicht aus versehen von den Staaten über den Tisch gezogen zu werden und dadurch zu viel Steuern zu zahlen.

 Hier empfehle ich meinen Broker Captrader! Gerade bei US Dividenden wird automatisch nur die 
Quellensteuer abgezogen.

Aktien kosten weniger Eigenkapital

Das ist ein Fakt. Ich kann sehr viel schneller anfangen, mir Aktien zu kaufen, wie Immobilien.

Selbst wenn ich es hinbekomme und eine 100 % Finanzierung bei einer Immobilie bekomme, brauche ich alleine für die Nebenkosten trotzdem einige tausend Euro.

Bei Aktien reichen wenige hundert Euro aus.

Hinzu kommt noch, das es nicht selten ist, erst noch die Wohnung oder das Haus umzubauen. Da muss hier was geplant werden und da muss was geplant werden. Wieder Extraausgaben. Und keine Einnahmen.

Bei Aktien hat man den Aufwand nicht. Aktien gekauft.. und fertig.

Danach wartet man auf seine Dividenden und eventuellen Kurssteigerungen. Aber ohne den Stress im Hintergrund, das man hoch verschuldet ist^^

Ich kann bei Aktien selber entscheiden, ob ich mit einem Hebel arbeiten will oder nicht

Wie oft wird nicht gerade dieser Punkt als Vorteil der Immobilie genannt. Man arbeitet mit fremden Geld… als Hebel… ok, man kann diesen wenigstens steuerlich absetzen.

Aber ein Hebel wirkt immer in beide Richtungen. Wir Aktionäre werden jedes mal daran erinnert, sobald es nur geht. Mmm.. war die letzte Krise nicht durch Immos ausgelöst wurden? Weil sich die Leute überschuldeten? 😉

Jetzt im ernst. Will man Immobilien kaufen, muss man mit fremden Geld arbeiten und sich somit verschulden. (kommt mir nicht mit guten und schlechten Schulden. Kommen keine Einnahmen durch die Immo, sind alle Schulden schlecht)

Bei Aktien kann ich wenigstens selber entscheiden, ob ich nun mit einem Hebel arbeiten möchte oder nicht. Auch kann ich viel flexibler entscheiden, wie hoch der Hebel sein soll.

Ob ich dies nun direkt darüber mache, das ich mir Geld vom Broker leihe, oder ob ich es über ein Hebelprodukt mache, sei dahingestellt.

(Pss. Kleiner Tipp am Rande. Ein Hebelprodukt kann ich gegen andere Gewinne gegen rechnen, wenn es schief geht. Geht meine Spekulation bei mehr gekauften Aktien schief, geht das nicht und ich zahle noch Zinsen)

Und in recht seltenen Fällen kann meine Existenz bedroht werden, wenn ich bei Aktien mit einem Hebel arbeite. Dafür gibt es hier einfach überall sehr starke Mechanismen, die das verhindern sollen.

Bei Immobilien gibt es das nicht. Bleibt die Miete aus, zahlt man aus der eigenen Tasche. Jeder Monat der dann extra gezahlt wird, vermiest die Eigenkapitalrendite massiv.

Auch sind in den letzten Jahren die Regularien stark nach unten geschraubt wurden. So konnte sich, übertrieben gesagt, jeder Eurojobber einen Kredit für eine Immobilie holen. Zum Glück wird dem wohl wieder entgegengesteuert.

Auch ist man als Immobilieninvestor sehr stark an seinem Job gebunden.
Verliert man diesen, wird man automatisch bei der Bank anders eingestuft. Man ist für die Bank nun ein höheres Risiko.

Das Geld aber will die Bank trotzdem jeden Monat haben. Meine Aktien kann ich in so einem Fall in Sekunden verkaufen.

Meine Wohnung/Haus eher nicht. Um hier vielleicht schnell an das Geld zu kommen, muss ich mit hohen Abschlägen meine Immobilien anbieten.

Denn immerhin ist der Immomarkt der Markt, mit der geringsten Liquidität.

Da komme ich gleich zum nächsten Punkt 🙂

Aktien sind schnell gekauft und verkauft

Ich kann Aktien jeden Tag (außer Wochenende natürlich) kaufen und verkaufen. Innerhalb von Sekunden. Überall auf der Welt.

Das soll mir mal ein Immobilieninvestor nachmachen. Dieser braucht recht lange, bis er eine Immobilie kaufen oder verkaufen kann.

Auch sind Immobilieninvestoren recht stark auf ein gewisses Gebiet/Region beschränkt.

Wenige werden Weltweit Wohnungen haben. Selten wird jemand, der in München wohnt, Immobilien in Berlin kaufen. Oder in Los Angeles, um es mal zu übertreiben 🙂

So sind Investoren hier auf das Umfeld angewiesen, in dem sie selbst Leben. Sind die Preise völlig übertrieben, müssen sie damit leben. Sie können dann natürlich, wie in München, eine Wohnung kaufen und einfach hoffen, das es in ein oder zwei Jahren jemand noch dümmeres gibt, der noch mehr Geld dafür bezahlt.

Das liebe Einkommen

Betrachtet man Aktien oder Immobilien auf ihre Vor- und Nachteile hin, muss man auch schauen, wie es beim Geld aussieht.

Und genau hier ist mein persönlicher Knackpunkt, weshalb Immobilien für mich nichts sind. Das Risiko welches ich trage, das etwas kaputt geht, das ich mich mit Mietern rumstreiten muss… der Druck des Kredites… das Wissen, das sich der ganze Mist nur rechnet, solange der Staat dies zulässt, weil ich soviel abschreiben darf… und das alles für ein paar Euro im Monat.

Denn sind wir mal ehrlich. Ich bin in vielen Immogruppen drin.. die Verdienen alle nichts oder fast nichts mit ihren Immos.

Nehmen Kredite über 150.000 € und mehr auf und brüsten sich dann, wenn sie es schaffen vor Steuern 50 – 100 € im Monat damit zu machen.

Leute, das kann ich mit Aktien einfacher und risikoloser einnehmen. Betrachtet man Aktien und ihre Einnahmen, schaut man immer nur auf die Dividende. Nimmt man aber noch die Möglichkeiten dazu, das man jeden Monat Optionen schreiben kann, gewinnen Aktien als Einkommensquelle.

Die Idee bei Immos, das die Mieter die Schulden abzahlen und so, ist echt toll und kann ich auch nachvollziehen.

Aber Immobilien tragen ein weitaus höheres Risiko in den Einnahmen, im Klumpenrisiko und haben das Potential, wirklich einen in existentielle Probleme zu bringen. (umso länger und erfolgreicher man Immobilieninvestor ist, umso geringer wird dieses Risiko)

Ich kenne die Bücher und Videos. Diese sagen einfach. Kauft euch noch mehr Immobilien und Häuser um euer Risiko zu streuen.

Das ging auch eine Weile. Aber ich lese es immer mehr, das die Banken kein Geld mehr geben. Und die Leute verstehen das nicht. Immerhin verdienen sie doch 2.000 € Netto. Und haben nur 150.000 € Schulden… die Immobilie macht ja auch 40 € im Monat.

Und da gibt die Bank nicht noch einen Kredit über diesmal 300.000 €?

Man kann gerne Immobilieninvestor werden. Für mich aber habe ich entschieden, das es mir das Risiko nicht wert ist. Ich möchte den Druck nicht.

Ich liebe die Flexibilität von Aktien. Die Einnahmemöglichkeiten und das ich hier auf niemand sonst angewiesen bin. Ich brauche nichts Outsourcen, um wieder mehr Zeit zu haben, weil es nichts Outzusourcen gibt.

Und wen ich so daran denke, das ich mit einem Aktienkonto von 200.000 € fast finanziell frei sein würde… wie hoch sind die monatlichen Einnahmen bei einer Wohnung in dem Preissegment? 600 € Kalt? vielleicht 1000 € kalt im Monat?

Keine Ahnung. Aber mit 200.000 € habe ich viele Anteile an verschiedenen Unternehmen.. und nicht nur eine Wohnung.

Aktien oder Immobilien – emotionslose Zusammenfassung

Hier und da kamen natürlich bei mir auch eigene Emotionen mit durch. Ich bin einfach ein Aktienfreund und alleine dadurch schon behaftet. Vieles was ich geschrieben habe, kann ein Immobilieninvestor auch drehen.

Somit ist es meine Meinung hier. Aber zum Schluss möchte ich trotzdem nochmal kurz Vor- und Nachteile beider Investmentformen betrachten.

  • Vorteile Immobilien
    • steuerliche Unterstützung durch den Staat
    • die meisten Menschen sind mit Immobilien besser vertraut, als mit Aktien
    • Immobilien kann man angreifen und somit eher einen Bezug dazu aufbauen
    • Immobilien sind eine recht effektive Inflationsabsicherung
    • Mieter unterstützen den Abzahlungsprozess
    • man kann den Wert selber stärker Beeinflussen z.B. durch Modernisierungen
  • Nachteile Immobilien
    • sehr hohes Klumpenrisiko
    • ohne starke Verschuldung, kein Einstieg möglich
    • viel mehr Arbeit, wie bei einer Aktieninvestition nötig
    • kann jeden Monat Geld aus der eigenen Tasche kosten
    • höhere nachträgliche Ausgaben möglich, bei Reparaturen/Modernisierungen
  • Vorteile Aktien
    • einfacher Einstieg möglich
    • höchst flexibel im Handel
    • Internationale Investitionen sind Standard und einfach zu managen
    • man erhält Unternehmensanteile ohne eigene Arbeit in das Unternehmen einbringen zu müssen
    • bei Dividendenunternehmen kann der Kurs und die Dividende Jahr für Jahr steigen, ohne das ich weiter investieren muss
    • ich kann via Optionen auf meine Bestände, meine monatlichen Erträge steigern
    • Diversifikation ist mit Aktien viel einfacher
    • ich kann Immobilienunternehmen kaufen (REITs)
    • die Aktienmärkte sind sehr liquide
  • Nachteile Aktien
    • gibt es keine 😉
    • kann sehr emotional sein
    • fehlende Disziplin und schwanken der Strategien kann zu Verlusten führen (mit hoher Wahrscheinlichkeit)
    • Aktienkurse können kurzfristig stark schwanken
    • man kann selbst nichts bei der Wertsteigerung beitragen

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